Brandschutz: So soll er Leben retten

Nürnberg - Rauchmelder, Trennwände und breite Fluchtwege - präventiver Brandschutz soll Leben retten. Darüber wird nun bei der Fachmesse Feuertrutz in Nürnberg diskutiert.

 „Ein Feuer einzudämmen ist noch relativ einfach. Die meisten sterben aber nicht durchs Feuer, sondern vom Rauch, weil der so extrem giftig ist“, schilderte Roman Rupp vom Deutschen Institut für vorbeugenden Brandschutz in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Unser Anliegen ist es deshalb, Gebäude so zu erbauen und zu konzipieren, dass gar kein Brand entsteht.“ Etwa 3500 Spezialisten für vorbeugenden Brandschutz treffen sich von diesem Mittwoch an in Nürnberg zur Fachmesse Feuertrutz. Die Branche erlöste 2012 knapp 4,5 Milliarden Euro.

Um Brände und das Ausbreiten des giftigen Qualms zu verhindern, setzt sie unter anderem auf nicht-brennbare Baustoffe, feuerfeste Trennwände und Rauchtüren, bei größeren Gebäuden auch auf die Einteilung in Brandabschnitte. Etwa zwei Prozent der Bausumme fließen laut Rupp bei einem normalen Wohnhaus durchschnittlich in die Brandschutzmaßnahmen, bei öffentlichen Gebäuden wie Kindergärten oder Krankenhäusern sind es sechs bis acht Prozent.

Bei Baustoffen berücksichtigen die Vorschriften die Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes bereits weitgehend - auch wenn die Branche auf der Messe etwa die Rolle der Fassadendämmung kritisch diskutieren wird. Bedenklich findet Rupp auch die Einrichtung der Häuser und Wohnungen. „Sie haben als Verbraucher keine Chance, ein nicht-brennbares Sofa oder nicht-brennbare Gardinen zu kaufen.“ Viele Materialien seien inzwischen durch Plastik ersetzt worden, das bei einem Brand giftige Dämpfe abgebe.

So gebe es in den Kinderzimmern inzwischen Lego statt Holzbausteine, in den Wohnzimmern stehen Couchgarnituren, Fernseher und Computer. Dadurch sei die Zeit, in der sich ein Feuer zum Vollbrand ausweite, seit den 50er Jahren drastisch von einer knappen Viertelstunde auf heute drei Minuten gesunken. Dass Rauchmelder unter diesen Umständen erst in wenigen Bundesländern verpflichtend sind und oft lange Übergangsfristen bestehen, kann Rupp deshalb nicht verstehen. „Warum soll man so lange warten? Sie können sich nicht vorstellen, was Rauchmelder schon an Leben gerettet haben.“

dpa

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