Langes Warten: Am Münchner Hauptbahnhof ist am Wochenende Geduld gefragt. Foto: Reuters

Lokführer im Ausstand

Fahrplan durchs Streikwochenende

50 Stunden Streik – den ganzen Samstag und Sonntag machen die Lokführer Ausflüglern einen Strich durch die Planung. Hier Tipps, wie man trotzdem am Wochenende mobil sein kann.

S-Bahn

Wer S-Bahn fahren muss, sollte viel Wartezeit einplanen. Es gibt einen Not-Fahrplan. Am Mittwoch fuhr die S-Bahn mit starken Lücken, es gab auf den Linien anfangs einen 40-, später 60-Minuten-Takt. Ähnlich wird es wieder sein. Die S8 zum Flughafen soll alle 20 Minuten fahren. Der Landesvorsitzende der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Uwe Böhm, rechnet aber damit, dass der S-Bahn-Verkehr im Verlauf des Streiks ausdünnt. Die Bahn werde zwar versuchen, mit Teamleitern und Disponenten die regulären Lokführer zu ersetzen. „Aber die können ja auch nicht 50 Stunden am Stück fahren.“

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Regional-/Fernverkehr

Vermutlich sind nur wenige Regionalzüge unterwegs. So war es schon am Mittwoch, als kaum noch Züge nach Passau, Nürnberg sowie ins Allgäu fuhren. Bei ICE, EC und Intercity wird wohl nur jeder dritte Zug fahren. Die Bahn will ausfallende Züge in der Fahrplanauskunft unter www.bahn.de kenntlich machen. Da die GDL aber nicht vorab bekannt gibt, welche Züge konkret bestreikt werden, sollte man sich darauf nicht verlassen.

Nicht betroffen sind die privaten Bahnen. Sowohl der Meridian (München-Rosenheim-Salzburg/Kufstein) als auch die Bayerische Oberlandbahn nach Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell sollen regulär fahren – letztere startet bzw. endet an diesem Wochenende allerdings aufgrund einer Baustelle am Münchner Ostbahnhof. Die Stationen Donnersbergerbrücke, Harras, Siemenswerke und Solln entfallen.

Fernbusse

Fernbusse sind seit gestern wieder stark gefragt. Der Branchenprimus „Mein Fernbus“ berichtet von einer Verdoppelung, ja Verdreifachung der Buchungen. Da Fernbusse erst bei einer Mindestdistanz von 50 Kilometern fahren dürfen, sind sie keine Alternative zum Nahverkehr. Wohl aber könnte man überlegen, ob man zum Beispiel für einen geplanten Wanderausflug von München nach Garmisch-Partenkirchen auf die Busse ausweicht. „Mein Fernbus“ startet am Samstag acht Mal Richtung Werdenfels. Fahrten gibt es beispielsweise auch nach Nürnberg, Memmingen und Lindau. Fahrkarten gibt es entweder im Internet bei den einzelnen Anbietern bis kurz vor dem Start. Oder aber man geht einfach auf gut Glück zum ZOB an der Hackerbrücke und kauft sein Ticket beim Fahrer. Er darf aber nur Sitzplätze verkaufen – keine Stehplätze.

Fan-Sonderzüge

Vom Streik betroffen sind auch Sonderzüge der Bahn zu den Bundesliga-Fußballspielen. 6500 Bremer, die sich auf den langen Weg zum Spiel in München machen, Augsburger auf dem Weg nach Mainz – mehr als 100 000 Fußball-Fans nutzen jedes Wochenende die Bahn und stehen nun vor Problemen. Die Bremer Fanclubs kündigten an, auf Busse und Kleinbusse umzusteigen.

Auto/Flugzeug

Die Lufthansa rechnet am Wochenende mit mehr Buchungen. Wenn erforderlich will die Fluggesellschaft größere Maschinen einsetzen. Konkurrent Air Berlin verzeichnet seit Dienstag ein „sehr gutes“ Last-Minute-Geschäft. „Ob dies Folge der Ausstände ist, ist aber schwer abzuschätzen, weil Reisende keine Gründe für ihre Buchungen angeben“, sagte eine Sprecherin. Der Autovermieter Sixt will an Bahnhöfen mehr Autos bereitstellen. „So machen wir das bei jedem Streik“, sagte Sprecher Frank Elsner. Die Internetplattform mitfahrgelegenheit.de hat wegen des Ansturm sogar ihr Personal für das Wochenende aufgestockt. Der ADAC warnt: Der Streik werde die Situation auf den Straßen verschärfen. „Den Leuten bleibt ja nichts anderes übrig, als auf Bus oder Auto auszuweichen“, sagte Sprecherin Maxi Hartung. In elf Bundesländern enden oder beginnen die Herbstferien. Zwar fährt nur eine Minderheit mit dem Zug in den Kurzurlaub. Trotzdem drohen Zusatzstaus auf A8 und A9.

dw/dpa/sid

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