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Zwei Tage vor dem eigentlichen Start der ICE-Rennstrecke München-Berlin fuhren am Freitag zwei Sonderzüge nach Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartete die ICE-Züge am Berliner Hauptbahnhof. Sie ließ sich von Lokführer Markus Spiegelhauer technische Details erklären

Bahn stellt auf Winter um

Fahrplanwechsel an diesem Sonntag: ICE-Rennstrecke und MVV-Preiserhöhung

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Vor lauter Feiern zur Einweihung der Schnellfahrstrecke München-Berlin geht fast unter, dass am Sonntag genereller Fahrplanwechsel ist. Das bedeutet: Änderungen im Regionalverkehr und bei der S-Bahn – sowie eine Preiserhöhung.

S-Bahn: Die Linien S4 und S6 auf dem Ostast Richtung Ebersberg werden getauscht. Profiteure sind die Fahrgäste im Landkreis Ebersberg: Künftig fahren die S-Bahnen der Linie 6 bis Grafing bzw. Ebersberg durch. Das führt dann zusammen mit den Regionalzügen der Südostbayernbahn nach Wasserburg zu einem ganztägigen 20-Minuten-Takt zwischen Grafing und Ebersberg. Die S-Bahnen der Linie S4 fahren ab Sonntag nur zu den Hauptverkehrszeiten bis Ebersberg oder Grafing durch. Ansonsten enden sie schon in Trudering.

Auf vier Außenästen wird werktags der Takt zwischen 14 und 15.30 Uhr verdichtet: S2 Dachau-Petershausen sowie Markt Schwaben-Erding, S3 Maisach-Mammendorf sowie S6 Starnberg-Tutzing.

Fahrgäste, die am frühen Morgen zum Flughafen wollen, können eine S8 nutzen, die schon um 2.25 Uhr in München-Pasing abfährt (Ankunft Airport 3.15 Uhr).

Preiserhöhung: Ab Sonntag steigen die Ticketpreise im MVV-Gebiet um durchschnittlich 1,9 Prozent. Das ist zwar ärgerlich, doch immerhin fällt die Preiserhöhung nicht ganz so happig aus wie in den Vorjahren, wo sie teilweise über drei Prozent betrug. Eine Streifenkarte kostet künftig 14 Euro statt 13,50 Euro, eine Kurzstrecke (Einzelfahrt) 1,50 statt 1,40 Euro. Die Single-Tageskarte München XXL wird ebenfalls um ein Zehnerl teurer und kostet ab Sonntag 8,90 Euro.

Wer will, kann sich am heutigen Samstag noch mit Streifenkarten eindecken und 50 Cent pro Karte sparen. Aber Achtung: Die alten Tickets sind nur noch bis zum 31. März 2018 gültig, danach können sie nur gegen ein Bearbeitungsgeld von zwei Euro umgetauscht werden. Preiserhöhungen gibt es übrigens auch bei BOB und Meridian – im Schnitt um zwei Prozent.

Die meisten Änderungen im Regionalverkehr betreffen Nordbayern – so kann der Franken-Thüringen-Express zwischen Bamberg und Coburg die neue ICE-Strecke nutzen, wodurch sich die Fahrzeit zwischen beiden Städten von 41 auf 24 Minuten verkürzt. Relevant für Pendler in dieser Region ist eine Verstärkung beim Fugger-Express – die Bahn hängt an einen Pendlerzug Donauwörth-München (Ankunft 8:51 Uhr) einen Zugteil an und verstärkt so die Kapazität. In der Gegenrichtung gibt es einen zusätzlichen Zug (Abfahrt München Hbf 7:05 Uhr).

Im Vordergrund steht bei der Bahn am Sonntag aber ganz klar die Einweihung der neuen Schnellfahrstrecke München-Berlin mit Sprinterzügen, die nur 3:55 Stunden benötigen. Am Freitag fuhren schon einmal zwei Sonderzüge mit viel Prominenz los, der eine von München, der andere von Nürnberg. Bahn-Chef Richard Lutz bezeichnete die neue Strecke als „größte Angebotsverbesserung für unsere Kunden seit der Bahnreform“ 1994. Durch die Verkürzung der Fahrtzeit werde es viele Kunden geben, „die den Fahrkomfort des ICE dem des Fliegers vorziehen“. Am Südkreuz in Berlin stieg Bundeskanzlerin Angela Merkel zu. Beim Festakt am Hauptbahnhof nannte sie die neue Verbindung „atemberaubend“. Und in Richtung CSU sagte sie feixend: „In Konfliktfällen sind wir schnell beieinander – oder wenn wir nacheinander Sehnsucht haben.“ 

Lesen Sie auch: MVG 2018: Auf diese Änderungen müssen Sie sich einstellen.

Auch interessant für Sie: Das können unsere Facebook-Gruppen für S-Bahn-Pendler tun

Wir haben für jede S-Bahn-Linie eine Facebook-Gruppe gegründet, in der sich Fahrgäste selbst organisieren können: Bilden Sie Fahrgemeinschaften, wenn Ihre S-Bahn ausfällt. Organisieren Sie ein Taxi und teilen Sie sich mit mehreren die Kosten. Oder bitten Sie andere Betroffene schlicht um Hilfe - oder bieten Sie einen Platz in Ihrem Auto an. Zusammen mit anderen Pendlern sind Sie im S-Bahn-Chaos weniger allein.

Nutzen Sie die Gruppe Ihrer S-Bahn-Linie auch, um sich und andere darüber zu informieren, bis wann ungefähr mit Zug-Ausfällen und -Verspätungen zu rechnen ist. Hier finden Sie alle Gruppen

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