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Eine neue Masche? Die wertvollen Räder stehlen Fahrraddiebe nicht auf der Straße. Immer häufiger wird gezielt in Fahrradläden eingebrochen.

Einbruchsserie in Fahrradgeschäfte

Die neue Masche der Profi-Diebe

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München - Holzkirchen, München Oberau: Sieben Mal brachen Kriminelle allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres in Fahrradläden ein. Geklaut wurden immer nur die wertvollsten Räder. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich um eine neue Masche organisierter Banden handelt.

Ulrich Bittl steht in seinem Fahrradladen in Holzkirchen (Landkreis Miesbach) und starrt auf einen leeren Fleck: Dort standen bis vor zwei Monaten noch mehr als 30 teure Räder. Doch die wurden ihm bei einem Einbruch Ende Januar geklaut. Als er am Montagmorgen vor seinem Geschäft stand, sah er schon die aufgehebelte Tür: Mehr als zwei Dutzend Fahrräder fehlten, die Hälfte davon wertvolle Elektro-Räder. Die Diebe hatten sogar noch daran gedacht, die Ladegeräte aus dem Keller zu holen. Deswegen ist sich der 44-Jährige sicher: Da waren Profis am Werk.

Die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und der Polizeiinspektion München ermitteln. Nicht nur in Bittls Fall, sondern auch in sechs weiteren. Denn die Einbrüche in Radlgeschäfte häufen sich: Die Polizisten vermuten organisierten Banden aus Osteuropa dahinter.

Zuletzt schlugen sie in Oberau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) zu: Dort entwendeten sie knapp 20 hochwertige E-Bikes im Wert von mindestens 50 000 Euro. Und auch in der Landeshauptstadt ereigneten sich heuer schon fünf Fälle dieser Art. Jedes Mal wussten die Gauner genau, was sie suchten. Jedes Mal packten sie nur die hochwertigsten Räder ein – meistens Mountain- und E-Bikes. Und jedes Mal waren die Taten akribisch genau geplant.

Das lässt den Verdacht aufkommen, dass ein und die selbe Bande hinter den Taten steckt. Die Polizei kann das weder ausschließen, noch sicher bestätigen. Zumindest in München „liegt die Vermutung aber nahe“, sagt der Münchner Sprecher Wolfgang Behr. Dafür sprechen zumindest die Zahlen: Letztes Jahr waren es nämlich nur zwei Delikte. Heuer hingegen hat sich die Zahl bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres verdoppelt. Hinzu kommt: „Alle Einbrüche wurden innerhalb von vier Wochen verübt“, berichtet Behr. Angesichts so vieler Vorkommnisse in so kurzer Zeit, sagt er: „Da kann man vielleicht schon von einem Trend sprechen.“ Sicher weiß er das aber erst, wenn die Polizei die Vorfälle über längeren Zeitraum beobachtet hat.

Nach dem Einbruch flüchten die Diebe mit den Rädern ins Ausland, nimmt die Polizei an. Stefan Sonntag, Sprecher des Präsidiums Oberbayern Süd, spricht von Südosteuropa. Behr meint sogar: „Das geht bis nach Sibirien.“ Dort werden die Räder entweder wieder im Fahrradgeschäft verkauft, in einem Verleih eingesetzt oder sie landen auseinandergeschraubt im Ersatzteillager. Der Verkauf hierzulande wäre viel zu gefährlich. Schließlich trägt jedes Radl eine individuelle Rahmennummer. Also einen speziellen Code, bestehend aus einer Buchstaben- und/ oder Zahlenkombinationen, mit dem Hersteller ihre Modelle kennzeichnen. Anhand dieser Codierung, könnten polizeiinterne Internetexperten im Netz auf die Suche gehen und das Diebesgut ausfindig machen. „Das Entdeckungsrisiko wäre also viel zu hoch“, erklärt Sonntag. Deshalb sei die Aufklärungsquote auch sehr gering. „Wenn die Diebe einmal im Ausland sind, wird es schwierig.“

Das weiß auch Ulrich Bittl, der Radlhändler aus Holzkirchen. Er macht sich kaum noch Hoffnungen, seine Räder je wiederzusehen. Es war schließlich schon der zweite Einbruch in sein Geschäft: Bereits im September vergangenen Jahres wurden ihm acht Räder gestohlen. Bisher konnte aber noch kein Täter ermittelt werden.

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