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Der tödliche Unfall ereignete sich vor einem Jahr auf einem Spielplatz in Lindau. (Symbolbild)

Fall vor Gericht: Tödlicher Spielplatz-Unfall

Lindau - Er kletterte damals für ein Klassenfoto auf ein Spielgerät auf dem Spielplatz. Aber zu dem Foto kam es nie. Der 14-Jährige wurde von  einem Baum erschlagen, an dem das Gerät befestigt war. Jetzt müssen sich die zuständigen Männer vor Gericht verantworten. Wegen fahrlässiger Tötung 

Nach einem tödlichen Unfall auf einem Spielplatz in Lindau vor gut einem Jahr müssen sich drei Männer voraussichtlich Anfang 2012 vor Gericht verantworten. Ihnen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Ein 14-jähriger Schüler aus Biberach (Baden-Württemberg) war Ende September 2010 bei einem Klassenausflug von einem umstürzenden Baum erschlagen worden - an diesem und zwei weiteren Baumstämmen war ein Spielgerät befestigt.

Das Amtsgericht Lindau hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten gegen die drei Männer Strafbefehle erlassen, die für die Errichtung, Abnahme und Kontrolle des Spielgerätes zuständig waren.

Wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte, haben alle drei gegen die jeweiligen Strafbefehle Einspruch eingelegt. Dadurch wird es nun zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Ein Termin steht noch nicht fest.

Der 14-Jährige war mit 25 Mitschülern und zwei Lehrern zu einem mehrtägigen Schulausflug an den Bodensee gereist. Auf dem Waldspielplatz in Lindau war er gemeinsam mit Schulkameraden für ein Klassenfoto auf ein Spielgerät geklettert, das an drei Baumstämmen befestigt war. Einer der Bäume brach unter der Last zusammen und stürzte auf den 14-Jährigen.

Er wurde mit einem Schädel-Hirn-Trauma per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen, wo er am nächsten Tag starb. Nach mehreren Gutachten kam die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, dass beim Aufbau, bei der Abnahme und der regelmäßigen Kontrolle des Spielplatzes gravierende Fehler gemacht wurden.

dpa

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