Ursula Herrmann

Fall Herrmann: Rätsel um widerrufenes Geständnis

Augsburg - Im Prozess um den Entführungsfall Ursula Herrmann gibt ein widerrufenes Geständnis eines mutmaßlichen Mittäters weiter Rätsel auf.

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Am Dienstag schilderte ein leitender Kriminalbeamter der damaligen Sonderkommission als Zeuge vor dem Landgericht Augsburg, dass der Verdächtige rund fünf Monate nach der Entführung zunächst gestanden habe, im Auftrag des Angeklagten ein Loch gegraben zu haben, in dem später die tote Ursula gefunden wurde. Ihm sei dafür eine Belohnung von 1000 Mark und ein Farbfernseher versprochen worden. Später hatte der mutmaßliche Mittäter, der 1992 gestorben ist, diese Angaben widerrufen.

Ein 59-jähriger Angeklagter muss sich seit Mitte Februar gemeinsam mit seiner Frau wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge verantworten. Er soll im September 1981 die damals zehnjährige Ursula entführt und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt haben. Das Mädchen war Stunden nach der Entführung in der sargartigen Kiste erstickt und erst 19 Tage später gefunden worden. Die Beschuldigten bestreiten die Tat.

Der Fall Ursula Herrmann

Entführungsfall Ursula Herrmann

Der als Zeuge vernommene Ermittler schilderte dem Gericht, dass der verdächtige Mittäter nach einer fast zweitägigen Vernehmung von sich aus ein Geständnis abgelegt habe. Danach soll ihm der Angeklagte eine Stelle im Walddickicht angewiesen haben, wo er ein 1,65 Meter tiefes Loch graben sollte. Dies habe er getan und Tage vor der Entführung in dem Loch eine Kiste gesehen. Zur Untermauerung der Angaben sollte der Verdächtige damals die Polizei zu der Ausgrabungsstätte führen, wozu er dann aber nicht in der Lage war und schließlich sein Geständnis widerrief.

Später habe der Verdächtige seine Angaben zwar mehrfach wiederholt, sie aber stets als unwahr bezeichnet. Auch die Ermittler hatten damals erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Angaben, obwohl er vor dem Widerruf des Geständnisses zu dem Polizeibeamten gesagt habe, er sei wahr, das schwöre er beim Leben seiner Mutter. Die Verteidigung des Angeklagten bezeichnete diese Angaben als "zweifelhaftes Geständnis", das von der Polizei damals nicht einmal protokolliert worden sei.

dpa

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