Fall Herrmann: Zeugen mit großen Erinnerungslücken

Augsburg - Im Indizienprozess um die Entführung von Ursula Herrmann hatten Zeugen am Dienstag vor dem Landgericht Augsburg große Mühen mit Angaben zu dem Fall vor mehr als 27 Jahren.

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So beharrte ein Zeuge auf seiner Angabe, bei einem wichtigen Indiz habe es sich um eine Wolldecke gehandelt, obwohl er damals von einem Laken gesprochen hatte. Das Teil war in der Todeskiste der entführten Ursula gefunden worden. Auch als dem Zeugen verschiedene Beweisstücke im Original vorgelegt wurden, konnte er sie nicht mehr wiedererkennen. Auch an eine von ihm unterschriebenes Zeugenaussage aus dem Jahr 1982 konnte er sich nicht erinnern.

Der Fall Ursula Herrmann

Entführungsfall Ursula Herrmann

Ein 59-Jähriger ist mit seiner Frau wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt. Der Mann soll im September 1981 die damals zehnjährige Ursula in Eching am Ammersee vom Fahrrad gerissen und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt haben. Das Mädchen war Stunden später erstickt, aber erst 19 Tage später gefunden worden. Die Beschuldigten sollen von Ursulas Eltern ein Millionen-Lösegeld gefordert haben. Beide bestreiten die Tat und schweigen vor Gericht.

Eine weitere Zeugin zeigte ebenfalls große Erinnerungslücken. "Ich weiß nichts mehr", erklärte sie schulterzuckend vor Gericht. Auch als ihre früheren Angaben aus den Akten verlesen wurden und der Vorsitzende Richter eingehend nachfragte, erinnerte sie sich nicht. Es geht um ein Stück Laken, mit dem in Ursulas Todeskiste das Lüftungsrohr zugedeckt worden war. Früher hatte beide Zeugen angegeben, das zugehörige Laken in einer Lagerhalle gesehen zu haben, zu der der Angeklagte Zugang gehabt haben soll.

dpa

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