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Starb mit 14 Jahren unter mysteriösen Umständen: Kalinka.

Der Fall Kalinka: Die Chronologie

Lindau/Mulhouse - Vor mehr als 30 Jahren starb die 14-jährige Kalinka. Ein deutsch-französischer Justizkrimi begann. Eine Chronologie des Falles.

1982: Kalinka wird tot in ihrem Bett im Haus ihres Stiefvaters Dieter Krombach in Lindau am Bodensee entdeckt.

1983: Die deutschen Behörden glauben an einen Unfall ohne Fremdverschulden. Der leibliche Vater André Bamberski hat Zweifel und fordert vergeblich neue Untersuchungen in Deutschland.

1984: Bamberski erhebt Anklage in Frankreich, die Justiz ermittelt.

1985: Die französische Justiz exhumiert die Leiche, geht nach erneuter Obduktion von einem Gewaltverbrechen aus.

1987: Die deutsche Justiz stellt Ermittlungen gegen Dieter Krombach ein.

1993: Ein Pariser Gericht eröffnet ein Verfahren gegen den Deutschen, der an der Verhandlung nicht teilnimmt.

1995: Dieter Krombach wird wegen der Tötung seiner Stieftochter in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt.

2001: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rügt das Urteil, da nicht einmal der Anwalt des Angeklagten angehört wurde.

2004: Frankreich stellt einen internationalen Haftbefehl gegen Krombach aus.

2005: Deutschland verweigert seine Auslieferung mit Hinweis auf die Einstellung des deutschen Verfahrens.

2008: Ein französisches Berufungsgericht hebt das Urteil von 1995 mit Blick auf Verfahrensfehler auf.

Oktober 2009: Dieter Krombach liegt verletzt und gefesselt in der Nähe eines Gerichtsgebäudes im französischen Mulhouse. Gegen Bamberski und zwei weitere Männer wird wegen Entführung ermittelt. Kalinkas Stiefvater wird festgenommen und in ein Gefängnishospital bei Paris gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kempten erlässt unterdessen Haftbefehl gegen Bamberski und einen mutmaßlichen Komplizen.

Dezember 2009: Das Landgericht in Toulouse lehnt eine Auslieferung der mutmaßlichen Entführer nach Deutschland ab.

März 2011: Zum Prozessauftakt zweifelt der Verteidiger von Dieter Krombach die Zuständigkeit des Gerichts in Paris an. Wegen gesundheitlicher Probleme des Angeklagten wird der Prozess später unterbrochen.

Oktober 2011: Dieter Krombach wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Er habe Kalinka 1982 vorsätzlich Gewalt

angetan und so unabsichtlich getötet, erklärt das Gericht. Sein Anwalt kündigt Berufung an.

Dezember 2011: Das Pariser Kassationsgericht gibt der Berufung statt. Der Prozess wird neu aufgerollt.

27. November 2012: Der Berufungsprozess beginnt bei Paris. Dieter

Krombach beteuert seine Unschuld.

20. Dezember 2012: Wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge wird der Mediziner erneut zu 15 Jahren Haft verurteilt. Einer seiner beiden Anwälte kündigt Berufung an.

2. April 2014: Das französische Kassationsgericht in Paris verurteilt den Stiefvater endgültig.

22. Mai 2014: Im elsässischen Mulhouse beginnt der Prozess gegen den leiblichen Vater Kalinkas wegen Entführung ihres Stiefvaters nach Frankreich, um ihn der französischen Justiz zu überstellen.

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