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Alois Mannichl wurde im Dezember 2008 Opfer einer Messerattacke. Mittlerweile ist er wieder im Dienst.

Fall Mannichl: Die Spur führt ins Salzkammergut

Fürstenzell/Vöcklabruck - Im Fall um den Passauer Polizeichef Alois Mannichl lief von Beginn an alles schief, was schief laufen kann: sofortiges Einmischen der Politik, eine Zeugin mit ausschweifender Phantasie – und eine Tatwaffe, die dem Opfer gehört. Offenbar kommen die Ermittler jetzt doch weiter.

Der Sicherheitsdirektor für Oberösterreich, Alois Lißl, spricht gegenüber der tz von einer möglichen Spur ins rechte Lager – und zwar nach Vöcklabruck im Salzkammergut. Lißl: „Das steht in Zusammenhang mit einer Amtshandlung (von Alois Mannichl, Anm. d. Red.) im Jahr 2007.“

Dabei handelt es sich um eine Konfrontation zwischen Alois Mannichl und dem inzwischen gestorbenen Volksverhetzer und NPD-Funktionär Friedhelm Busse (79). Ende Januar 2007 hatten sich Rechtsextreme in einem Lokal in Passau getroffen, als Redner war Busse geladen. Als er von seinem Chauffeur vorgefahren wurde, hinderte ihn Alois Mannichl persönlich am Aussteigen und sagte sinngemäß: „Hier ist keine Anfahrtszone.“ Der Polizeichef soll dabei auch den Neonazi-Führer ins Auto zurückgedrängt haben. Später ließ Mannichl sogar noch Gegendemonstranten am Lokal vorbeiziehen, die dabei „Nazis raus!“ skandierten. Busse muss stinksauer gewesen sein, während der Versammlung sprach er angeblich davon, dass das „Konsequenzen haben wird“.

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Polizeichef Mannichl wieder im Dienst

Alle aus Oberösterreich stammenden Beteiligten dieses Treffens wurden nun überprüft. Laut Sicherheitsdirektor Lißl besitzen sie alle ein stichhaltiges Alibi – auch Busses Chauffeur, der sich am Abend der Auseinandersetzung vor dem Lokal ziemlich echauffiert haben muss. Doch es gibt wohl einen weiteren Hinweis, den der Ermittler nicht näher erläutert.

Lißl selbst schließt ein Familiendrama völlig aus, wie es vor allem in der rechten Szene immer wieder spekuliert wurde. „Das ist keine Beziehungstat – das ist eine klassische Anschlagstat!“ Dafür sprechen neue Erkenntnisse aus der Soko Fürstenzell, über die der ORF berichtet: Demnach haben sich die Alibis der Familienmitglieder und der Nachbarn allesamt bewahrheitet. Das habe die eingesetzte Sonderkommission nach Bewegungsprofilen, die anhand von Handypeilungen erstellt wurden, schnell festgestellt. Das bayerische Landeskriminalamt, das die Ermittlungen im Fall Mannichl leitet, kommentiert diese Feststellung nicht. Dass im Fall des Messer-Angriffs aber nichts unversucht bleibt, zeigt folgender Ermittlungsansatz: Es wurden sogar Krankenschwestern am Klinikum Passau befragt, ob Mannichl im Schlaf gesprochen habe …

Markus Christandl

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