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Walter Mixa: Am Wochenende hat der Papst sein Rücktrittsgesuch angenommen.

Fall Mixa: Verwirrung um angebliches Opfer

Augsburg/Eichstätt - Ist an den Missbrauchs-Vorwürfen gegen Walter Mixa gar nichts dran? Nach einem Medienbericht hat sich das vermeindliche Opfer zu Wort gemeldet und erstaunliches geäußert:

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Das im Internet enttarntes angebliches Opfer des inzwischen entlassenen Augsburger Bischofs hat die Behauptung des Missbrauchs als falsch zurückgewiesen. Der "Donaukurier" hatte am Wochenende berichtet, die Hinweise im Internet auf einen heute 26-jährigen Mann seien aus dessen Umfeld verbreitet und über einen katholisch-konservativen Internetdienst publik gemacht worden. Der Betroffene ließ laut Angaben der Zeitung aber über einen Anwalt erklären, er habe mit der Sache nicht das geringste zu tun.

Chronologie der Missbrauchsfälle

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Der leitende Oberstaatsanwalt in Ingolstadt bestritt jedoch am Montag auf Anfrage, dass der Name des angeblichen Opfers Teil der Untersuchungsakten zum Fall Mixa sei. Nähere Angaben zu anderen Namen oder den laufenden Vorermittlungen gegen den entlassenen Bischof wollte er nicht machen.

Der von Mixa eingeschaltete Augsburger Rechtsanwalt Gerhard Decker hat den Geistlichen inzwischen in einem Sanatorium in Basel besucht und nach eigenen Angaben mit dem Bischof die weitere Vorgehensweise abgesprochen. Erneut soll Mixa den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen und erklärt haben, er wisse nicht, was ihm angelastet werde.

Der von der Schrobenhausener Waisenhaus-Stiftung eingesetzte Sonderermittler Sebastian Knott will seinen Schlussbericht an diesem Freitag vorlegen. Er hatte Prügelvorwürfe und die Zweckentfremdung von Stiftungsmitteln in der Zeit von 1975 bis 1996 überprüft, in der Mixa Stadtpfarrer von Schrobenhausen war. Es gebe weitere Informationen über "Personen und finanzielle Vorgänge", sagte er der Nachrichtenagentur dpa, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.

Papst Benedikt XVI. hatte am Samstag das Rücktrittsangebot Mixas vom 21. April angenommen. Hintergrund waren wochenlange Kritik und Gewaltvorwürfe früherer Heimkinder. Am Freitag war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft Ingolstadt Vorermittlungen gegen den 69-Jährigen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingeleitet hat. Der Papst soll von den neuen Vorwürfen gewusst haben, bevor er seine Entscheidung traf. Es soll sich um einen Missbrauchsfall aus Mixas Zeit als Eichstätter Bischof zwischen 1996 bis 2005 handeln.

Der neu gewählte Diözesanadministrator des Bistums, Weihbischof Josef Grünwald (73), erklärte unterdessen bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am Montag in Augsburg, es gelte jetzt eine schwierige Zeit zu meistern. Die Menschen im Bistum seien aufgewühlt und tief enttäuscht. Zum notwendigen Neubeginn in der Diözese gehörten Selbstkritik und Selbsterkenntnis. "Es darf nichts vertuscht und unter den Tisch gekehrt werden", die bestehenden Vorwürfe gegen Mixa müssten geklärt werden. Grünwald verneinte die Frage, ob das Bistum Mixa bei der Staatsanwaltschaft angezeigt habe. Man habe aber nach den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz gehandelt und Verdachtsfälle der Generalstaatsanwaltschaft München zur Prüfung übergeben. Als neuen Bischof wünschte sich Grünwald einen "Bischof der eint, volksnah ist und eine Persönlichkeit darstellt."

dpa

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