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Spurlos verschwunden: So wie auf diesem Bild ist Peggy in Lichtenberg vor 14 Jahren das letzte Mal gesehen worden. Ihr Fall wurde nun für die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ verfilmt.

Spurensuche nach 14 Jahren

Fall Peggy bei "Aktenzeichen XY": Polizei hofft auf Zeugen

Lichtenberg/München - Die neunjährige Peggy Knobloch ist am 7. Mai 2001 spurlos verschwunden. 14 Jahre später greift die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ den Fall in einer Sondersendung wieder auf – und hofft auf Zeugen, die sich damals nicht getraut haben, sich zu melden.

Ein kleines Mädchen mit langen blonden Haaren und pinkfarbenen Schulranzen läuft durch Lichtenberg. Sie trägt eine Jacke des örtlichen Sportvereins, an ihrem Ranzen baumelt eine Diddl-Maus. Sie sieht aus wie ein ganz gewöhnliches neunjähriges Mädchen. Sie sieht aus wie Peggy Knobloch, damals am 7. Mai 2001 – dem Tag als sie spurlos verschwand.

Ein Gedenkstein erinnert auf dem Friedhof an die kleine Peggy. Als Todesdatum steht dort der 7. Mai 2001.

Das kleine Mädchen, das Peggy auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sieht, ist eine achtjährige Schauspielerin. Die Szene, in der sie allein eine Straße im oberfränkischen Lichtenberg entlang läuft, wird am 3. Juni im ZDF zu sehen sein. In der Sondersendung „Wo ist mein Kind?“ der Reihe „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Ein Team der Deutschen Kriminal-Fachredaktion (DKF) aus München hat den Fall Peggy an den Originalschauplätzen nachgedreht. 14 Jahre, nachdem das Mädchen mit den leuchtendblauen Augen spurlos verschwunden ist. Und ein Jahr, nachdem der 2004 als Mörder verurteilte Ulvi K. wieder freigesprochen wurde. Alles ist wieder offen in dem Fall, die Kripo steht mit ihren Emittlungen wieder am Anfang. „Der Freispruch von Ulvi K. war ein Anstoß, um den Fall Peggy in der Sendung zu zeigen“, sagt Ina-Maria Reize-Wildemann, die Leiterin der Redaktion. Sie ist optimistisch, dass sich auch nach so langer Zeit noch Zeugen melden werden, die der Polizei entscheidende Hinweise geben könnten. „Das sind natürlich keine neuen Zeugen“, sagt sie. „Eher Menschen, die damals vielleicht etwas beobachtet haben, es aber nicht gewagt haben, sich bei der Polizei zu melden.“ Das können beispielsweise Frauen sein, die sich von ihrem Mann getrennt haben und ihn nun nicht mehr decken wollen. Oder Menschen, deren Bindung zu Familienangehörigen sich inzwischen gelockert hat. „Bei alten Fällen ist die Sendung besonders erfolgreich“, sagt Reize-Wildemann. Weil die Hemmschwelle, sich bei der Redaktion zu melden oft geringer ist, als die Kripo anzurufen. Und weil die Betroffenheit viel größer ist, wenn ein Fall im Fernsehen zu sehen ist. „Mir ging es bei Peggy selbst so“, erzählt sie. „Ich kannte den Fall schon lange – aber als ich ihre Mutter im Interview gesehen habe, war die Empathie riesengroß."

Die 22-jährige Peggy würde heute in etwa so aussehen. Ihr Vater zeigt ein computergeneriertes Foto.

Peggys Mutter Susanne Knobloch war sofort bereit, sich für die DKF-Produktion filmen zu lassen. Sie hofft noch immer auf eine Spur ihrer Tochter. Einige Tage war Susanne Knobloch auch am Filmset. Sie hat dem Team um Regisseur Rudolf Schweiger ein paar Detailinformationen geliefert, die bisher nicht bekannt waren. Beispielsweise, dass Peggy auf dem Heimweg von der Schule öfters über den Friedhof gelaufen ist und ihrer Mutter Blumen von den Gräbern mitgebracht hat. Susanne Knobloch hatte ihr damals erklärt, dass sie das nicht machen dürfe. Peggys Antwort war: „Den Toten nützen die schönen Blumen doch nichts mehr – und du freust dich darüber.“

Der 15-minütige Film endet mit einer Aufnahme des Gedenksteins, der für Peggy angefertigt wurde. Neben ihrem Bild steht der 7.5.2001 als Todesdatum. Und trotzdem hofft nicht nur ihre Familie noch immer darauf, dass Peggy eines Tages wieder auftaucht. Ein paar ihrer damaligen Freundinnen erzählen in dem kurzen Film von den letzten Momenten, in denen sie Peggy vor ihrem Verschwinden gesehen haben. Die Mädchen von damals sind inzwischen junge Frauen. Peggy wäre heute 22 Jahre alt.

Katrin Woitsch

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