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Die sterblichen Überreste von Peggy wurden in einem Waldstück entdeckt. Dort fanden die Ermittler auch die DNA von Uwe Böhnhardt - in verblüffender Reinheit.

Spuren-Übertragung „extrem unwahrscheinlich“

Fall Peggy: War NSU-Terrorist Böhnhardt doch am Fundort?

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Bayreuth - NSU-Terorist Uwe Böhnhardt könnte erneut mit dem Mordfall Peggy in Verbindung gebracht werden. Es gab Berührungspunkte zwischen den mörderischen Nazis mit dem Lebensumfeld von Peggy.

Wie kam die DNA des Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt an die Fundstelle von Peggys Leiche im Wald bei Rodacherbrunn in Thüringen? Vor fast exakt fünf Jahren ließ sich Böhnhardt ja in Eisenach nach einem Banküberfall von seinem Komplizen Uwe Mundlos erschießen. Nun verblüfft, dass sein Erbgut bei Peggys Leiche offenbar in nahezu perfekter Reinheit vorliegt. „16 von 16 Merkmalen konnten Böhnhardt zugewiesen werden“, weiß der SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch (41) aus Weiden, der im dritten NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags sitzt. Die Nachricht von der Entdeckung der DNA, die auf einem fingernagelgroßen Stofffetzen unter den sterblichen Überresten von Peggy gefunden worden war, schlug auch im Ausschuss ein „wie eine Bombe“, sagt Grötsch. Auch die Ermittlungsbehörden seien überrascht worden. Dann aber die Ernüchterung, als bekannt wurde, es könne sich um eine Verunreinigung durch einen Meterstab handeln. Diesen Meterstab hatte das LKA Thüringen sowohl beim Wohnmobil, in dem Böhnhardt und Uwe Mundlos starben, als auch am Fundort von Peggys Leiche verwendet.

Doch Grötsch, bis zu seiner Wahl Polizist in Waidhaus, hält eine Übertragung der Spur über den Meterstab „für extrem unwahrscheinlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf ihm beispielsweise Blut über fünf Jahre dran ist und dies keinem auffällt“. Das LKA Thüringen betont jedenfalls, sich an die bundesweiten Standards zu halten. Tina Büchner (43), Sprecherin LKA Thüringen: Das Werkzeug der Tatortgruppe wird natürlich nach jedem Einsatz gründlichst gereinigt. Es gibt Vorschriften, um Übertragung von DNA-Material zu verhindern. Da müssen viele Abläufe eingehalten werden.“ Dass das „Spurensicherungsgerät“, wie der Meterstab immer bezeichnet wird, an der Übertragung schuld sein soll, war für die Ermittler von Anfang an nur ein Anhaltspunkt. „Eine kriminalistisch belastbare, fallbezogene Beurteilung kann erst bei Vorliegen aller Ergebnisse erfolgen“, teilten die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Polizeipräsidium Oberfranken vor einer Woche mit. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen und sollen länger dauern. Dabei hätte man sich nicht auf eine Hypothese festgelegt.

Dass die DNA all die Jahre – bei Schnee, Regen und Sonne – so gut überstand, dass sie durch Umwelteinflüsse nicht angegriffen wurde, sorgt für Erstaunen. Der Bundestagsabgeordnete Grötsch: „Das ist eigentlich kaum zu glauben.“ Befand sich das Erbgut auf dem Rest einer Decke, in der Peggy vielleicht transportiert worden war? Das würde zumindest erklären, weshalb der betreffende Stofffetzen unter dem ermordeten Kind lag.

Mit den nun bekannten Entwicklungen könnte Böhnhardt erneut mit dem Mordfall Peggy in Verbindung gebracht werden. Es gab durchaus Berührungspunkte zwischen den mörderischen Nazis mit dem Lebensumfeld von Peggy. Der NSU soll bei Rodacherbrunn eine Waldhütte genutzt haben, Peggys Mutter erhielt Hassbriefe von Rechten. Und: Auf einem Computer des NSU-Trios wurde kinderpornografisches Material entdeckt.

Markus Christandl

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