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Fall Peggy: Am dritten Verhandlungstag gegen Ulvi K. sollen am Dienstag weitere Ermittlungsbeamte aussagen. Im Mittelpunkt steht die Tathergangstheorie.

Dritter Verhandlungstag am Dienstag

Fall Peggy: Wer kannte die Tathergangstheorie?

Bayreuth - Fall Peggy: Am dritten Verhandlungstag gegen Ulvi K. sollen am Dienstag weitere Ermittlungsbeamte aussagen. Im Mittelpunkt steht die Tathergangstheorie.

Mit Hilfe der Ermittlungsbeamten will das Gericht herausfinden, weshalb eine Ende April 2002 erstellte Tathergangstheorie dem Geständnis von Ulvi K. vom Juli 2002 verblüffend ähnlich ist.

Wegen des Dokuments wird der Fall Peggy derzeit vor dem Landgericht Bayreuth neu aufgerollt. Das Mädchen verschwand am 7. Mai 2001 im oberfränkischen Lichtenberg spurlos. Seine Leiche wurde nie gefunden. Am 30. April 2004 wurde dennoch Ulvi K. in einem Indizienprozess wegen Mordes an der Schülerin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Lesen Sie hier eine Chronologie zum Fall Peggy.

Der heute 36-Jährige hatte die Tat zunächst eingeräumt, dann aber seine Angaben widerrufen. Der psychiatrische Gutachter Hans-Ludwig Kröber bewertete das Geständnis glaubhafter als den Widerruf - eine Beeinflussung durch die Ermittler schloss er aus. Von der fast identischen Tathergangstheorie wusste Kröber nichts. Der Chef-Ermittler im Fall Peggy, Wolfgang Geier, hatte am Freitag ausgesagt, von dem in einer Nebenakte abgelegten Dokument ebenfalls nichts gewusst zu haben. Ähnlich äußerte sich danach ein Ermittlungsbeamter.

Fotos aus dem Gerichtssaal

Fall Peggy: Fotos aus dem Gerichtssaal

Wenn am Dienstag noch genügend Zeit ist, soll Kröber sein neues Gutachten über die Glaubhaftigkeit des Geständnisses von Ulvi K. präsentieren - die Tathergangstheorie muss er diesmal berücksichtigen. Von Kröbers Einschätzung wird es maßgeblich abhängen, ob der Angeklagte zehn Jahre nach seiner Verurteilung mit einem Freispruch rechnen kann.

Ein Bekannter von Peggys Familie, der nach neuen Ermittlungen in dem Fall zum Kreis der Verdächtigen zählt, wird dagegen am Dienstag nicht wie geplant im Zeugenstand stehen. „Seine Vernehmung als Zeuge wurde abgesagt, weil das Gericht momentan hinter dem Zeitplan liegt“, erklärte Gerichtssprecher Thomas Goger am Montag. Ein neuer Termin existiere noch nicht. Der Verdächtige aus Sachsen-Anhalt befindet sich wegen sexuellen Missbrauchs an seiner Tochter im Gefängnis. Der 29-Jährige soll sich zudem an seiner Nichte vergangen haben - sie wohnte im selben Haus wie Peggy in Lichtenberg.

Am zweiten Verfahrenstag war deutlich geworden, dass ein Chef-Ermittler im ersten Verfahren eine wichtige Akte nicht gekannt hatte.

dpa

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