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Heute wäre Peggy eine junge Frau: Ihr Vater zeigt ein computergeneriertes Foto, wie sie heute als 23-Jährige aussehen könnte.

Vermisstenfall 

Aktenzeichen XY: Die endlose Suche nach Peggy

Lichtenberg/München - 14 Jahre sind vergangen, seit die neunjährige Peggy Knobloch spurlos verschwunden ist. Bis heute ist völlig unklar, was mit ihr passiert ist.  Nun greift die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ den Fall auf.

Update vom 5. Juli 2016: Teile eines Skeletts, die in einem Waldstück gefunden worden sind, könnten den Fall nun abschließen: Sie gehören höchstwahrscheinlich zur vermissten Peggy. Wir berichten über die weiteren Entwicklungen im Fall Peggy Knobloch im News-Blog.

Peggy bei Aktenzeichen XY... ungelöst

Peggy Knoblauch wäre heute eine junge Frau. Sie wäre mit der Schule fertig, hätte einen Beruf, vielleicht hätte sie bereits geheiratet und Kinder bekommen. Sie würde vermutlich ein ganz gewöhnliches Leben führen, hätte es den 7. Mai 2001 nicht gegeben. Es ist der Tag, an dem die Neunjährige aus dem oberfränkischen Lichtenberg spurlos verschwand. Peggy kam damals nicht von der Schule nach Hause. Nie wurde eine Leiche gefunden. Trotzdem glaubt niemand mehr, dass sie heute noch lebt. Doch ein Jahr, nach dem der 2004 als Peggy-Mörder verurteilte Ulvi K. wieder freigesprochen wurde, steht die Kripo mit ihren Ermittlungen wieder ganz am Anfang.

Noch haben die Ermittler die Hoffnung nicht aufgegeben, den Fall noch aufklären zu können. Sie sitzen nun auf die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“, die Peggys Schicksal in der Sondersendung „Wo ist mein Kind?“ diesen Mittwoch um 20.15 Uhr aufgreifen wird.

Man wolle diese Möglichkeit natürlich nutzen, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel in Bayreuth. „Man muss sehen, ob noch Hinweise kommen, die weiterführen könnten.“ Allzu euphorisch klingt das nicht gerade. Potzels Behörde ermittelt seit 2012 wieder in dem Fall, der Durchbruch blieb bislang aus. Etwa 4800 Hinweise habe es seitdem gegeben. „Die sind inzwischen weitgehend abgearbeitet.“

Kurz nach dem Verschwinden der Schülerin begann eine großangelegte Suchaktion. Sogar Bundeswehr-Tornados waren im Einsatz. Hundertschaften der Polizei durchkämmten die Wälder rund um Lichtenberg. Vergeblich. In den vergangenen beiden Jahren gab es eine Reihe spektakulärer Untersuchungsaktionen der Polizei. Zuletzt wurde im Frühjahr in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen gesucht. Die Polizei räumte dabei unumwunden ein: Erfolgschancen hatte die Aktion mit Tauchern der Bereitschaftspolizei eigentlich nicht. Aber man wollte sich nicht vorwerfen lassen, eine Spur außer Acht gelassen zu haben.

Von der ZDF-Sondersendung erhoffen sich die Ermittler nun neue Hinweise Unwahrscheinlich sei das nicht, sagt Ina-Maria Reize-Wildemann, die Leiterin der Redaktion. „Es sind natürlich keine neuen Zeugen, die sich nach so langer Zeit melden“, sagt sie „Eher Menschen, die damals vielleicht etwas beobachtet haben, es aber nicht gewagt haben, sich bei der Polizei zu melden.“ Bei einigen hat sich inzwischen vielleicht die Bindung zu Menschen aus ihrem Umfeld gelockert, sagt sie. „Deshalb ist die Sendung Aktenzeichen XY... ungelöst bei alten Fällen besonders erfolgreich.“ Außerdem sei die Hemmschwelle, sich bei der Redaktion zu melden oft geringer, als die Kripo anzurufen.

Auch Peggys Mutter Susanne Knobloch erklärte sich bereit, an der Sendung mitzuwirken. Sie hofft immer noch auf eine Spur zu ihrer Tochter. Dem Filmteam konnte sie für die Dreharbeiten einige Detailinformationen liefern, die bislang nicht bekannt waren. Beispielsweise, dass Peggy auf dem Heimweg von der Schule oft über den Friedhof gelaufen ist, um ihrer Mutter Blumen von den Gräbern mitzubringen. Susanne Knobloch hatte ihr damals erklärt, dass sie das nicht machen dürfe. An Peggys Antwort erinnert sie sich noch genau: „Den Toten nützen die schönen Blumen doch nichts mehr – und du freust dich darüber.“

kwo/lby

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