Ein Statistikbogen für die Volkszählung: Zwei Wochen nach dem Start des Zensus gibt es immer mehr Beschwerden über falsche Interviewer. Foto: dpa

Falsche Interviewer: Zensus-Betrüger unterwegs

München - Zwei Wochen nach dem Start der bundesweiten Volkszählung häufen sich in Bayern die Betrugsversuche von falschen Zensus-Interviewern. Sie versuchen, insbesondere an Kontodaten und Pin-Nummern von Bürgern zu gelangen, wie die Zensus-Referentin des Landesamtes für Statistik in Bayern, Anke Schwarz, gestern in München sagte.

Dem Landesamt seien unter anderem Fälle aus dem Großraum München, Landshut, Landsberg am Lech und Erlangen gemeldet worden.

Die Betrüger versuchten, die Menschen sowohl telefonisch als auch direkt vor der Haustür auszufragen, erläuterte Schwarz. Sie versprächen 40 Euro für die Teilnahme und erfragten deshalb die Kontodaten der Bürger. Zudem wollten die falschen Interviewer wissen, ob die Menschen allein wohnten. Im Landkreis Erding erkundigten sich die Betrüger laut Landratsamt nach dem Vermögensstand. Ein Schaden sei bislang noch nicht entstanden, sagte Schwarz.

Bereits vor einer Woche hatte die Behörde die Bürger zur Vorsicht gemahnt. Fragen zu Einkommen, Vermögen oder Kontonummern würden bei der Volkszählung nicht gestellt. Auch telefonische Befragungen gibt es den Angaben zufolge grundsätzlich nicht. Bürger, die befragt werden sollen, werden mindestens eine Woche vor dem Interview-Termin in der Regel auf dem Postweg informiert.

In Konstanz ist den Angaben zufolge zudem ein falscher Fragebogen aufgetaucht. Dieser stamme aus dem Internet und enthalte Fragen, die das Statistische Landesamt nicht stelle - etwa zur politischen Gesinnung, den finanziellen Verhältnissen oder der Gesundheit. Allerdings handele es sich bislang um sehr wenige Einzelfälle, betonte ein Sprecher des Statistischen Landesamts.

Der Zensus 2011 ist eine EU-weite Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung. Dabei sollen bereits vorhandene Daten, etwa aus den Melderegistern der Kommunen, verwendet und zusätzlich etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland von Interviewern befragt werden. Diese zeigen laut dem Statistischen Landesamt bei einem Hausbesuch ihren Interviewerausweis und den Personalausweis vor.

dapd

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