Falscher Rockefeller wegen Mordes vor Gericht

Bergen/Los Angeles - Der als „falscher Rockefeller“ bekannt gewordene Oberbayer steht ab heute in den USA vor Gericht. Der Vorwurf gegen den 50-Jährigen: Er soll einen Mann ermordet haben.

Christian Carl Gerhartsreiter aus Bergen am Chiemsee hat in Amerika traurige Berühmtheit erlangt: Der 50-Jährige aus dem Landkreis Traunstein gab sich nicht nur als falscher Sohn der bekannten US-Industriemagnaten-Dynastie Rockefeller (unter anderem nannte er sich Clark Rockefeller) aus, er sitzt auch wegen der Entführung seiner eigenen Tochter seit 2009 im Gefängnis.

Heute wird er in Los Angeles wieder einem Gericht vorgeführt. Er muss sich in Kalifornien wegen Mordes verantworten. Sein Anwalt Brad Bailey erklärte, Gerhartsreiter werde sich für nicht schuldig bekennen, 1985 einen Mann in San Marino in Kalifornien getötet zu haben.

Der Oberbayer lebte damals in einem Gästehaus auf dem Grundstück der Mutter des Mordopfers. Ganze 26 Jahre nach dem Verschwinden des junges Ehepaares Linda und Jonathan Sohus soll das mysteriöse Verbrechen aufgeklärt werden. Im Garten der Villa war die Leiche des verschwundenen Mannes gefunden worden.

Gerhartsreiter hatte sich damals mit falschen Identitäten Zugang zu den besten Kreisen in den USA verschafft. In den 80er Jahren soll er sich Christopher Chichester genannt und sich im Gästehaus der Luxusvilla von Familie Sohus einquartiert haben. 1985 verschwand dann das junge Ehepaar plötzlich. Neun Jahre später wurde die Leiche von John Sohus bei Bauarbeiten im Garten des Anwesens entdeckt. Von seiner Frau Linda fehlt weiter jede Spur. Laut Anklageschrift soll der 50-jährige Oberbayer den Amerikaner mit „einem stumpfen Objekt“ getötet haben.

Die Ermittlungsbehörden glauben, anhand neuer Technologien dem Gericht neue Beweise für die Täterschaft Gerhartsreiters präsentieren zu können.

Der Angeklagte sitzt überdies seit 2009 in Massachusetts im Gefängnis. Er ist im Jahr 2009 wegen der Entführung seiner eigenen Tochter zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Eine Jury hatte ihn in Boston für schuldig befunden, seine Tochter Reigh in einem Sorgerechtsstreit gekidnappt zu haben. Dabei hatte er auch einen Sozialarbeiter angegriffen. Über das schillernde Leben des Oberbayern wurde in den USA sogar ein Film gedreht. Der US-Schauspieler Eric McCormack spielte darin die Rolle des falschen Rockefellers.

mm

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