Familiendrama in Eichenau: Todesursache geklärt

Eichenau - Nach dem Familiendrama mit vier Toten im Eichenau gibt der Obduktionsbericht Aufschluss über die Todesursache. Täter war der Vater, der seine Töchter und seine Frau erschlug.

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Eichenau unter Schock

Eichenau: Eltern töten ihre Zwillinge und sich selbst

“Wir haben noch keinen Abschiedsbrief gefunden“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt am Mittwochmorgen. Am Mittwoch sollten aber erneut Kripo-Beamte im Haus der Familie danach suchen. Auch ein Computer wurde nach möglichen Hinweisen auf das Motiv des Familiendramas ausgewertet.

Am Dienstag waren das Ehepaar im Alter von 40 und 42 Jahren sowie deren 7-jährige Zwillingsmädchen tot in Zimmern ihres Reihenhauses gefunden worden.

Familiendrama in Eichenau

Der Mann hatte erst seine Familie erschlagen, ehe er sich selbst vergiftete. Die Zwillinge tötete er im Kinderzimmer, seine Frau erdrosselte und erschlug er im Keller. Anschließend soll er im Schlafzimmer einen Grill angezündet haben, berichtet der Bayerische Rundfunk. Laut Obduktionsbericht starb der 40-Jährige dann an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer sagte: "Bei dem Mann wurden optisch keine Beeinträchtigungen festgestellt." Und: "Im ersten Stock stand auch ein Grill." Als Zeitrahmen für den Tod der Familie nannte der Polizeisprecher das vergangene Wochenende.

Hintergrund der Tat könnte der schwere Schicksalsschlag gewesen sein, der die Familie vor einigen Jahren getroffen hatte: die Krebserkrankung einer Tochter. Ein Jahr lang ging das Mädchen nicht in den Kindergarten. Die Krankheit schien damals für die Familie überwunden.

Bürgermeister bekundet sein Beileid

Am Mittwoch haben betroffene Bürger Blumen und Kerzen am Haus der Familie abgelegt.

Bürgermeister Hubert Jung ist die Nachricht von der Tragödie am Mittwochnachmittag von Mitarbeitern der Polizeiinspektion Olching mitgeteilt worden. Die Familie habe er nicht gekannt, sagt er. „Gleichwohl bin ich erschüttert und traurig, dass diese Menschen ums Leben gekommen sind.“ Man höre leider immer wieder von derartigen Familiendramen, aber wenn derartiges in der eigenen Umgebung passiert, seien die Empfindungen natürlich noch viel einschneidender. Auch wenn er als Bürgermeister in seiner Amtszeit schon mit vielen Schicksalen von Menschen konfrontiert worden sei, sei man auf derartige Situationen natürlich nie vorbereiten.

Kriseninterventionsteam unterstützt Eltern vor Ort

Im Staatlichen Schulamt in Fürstenfeldbruck hat man Mittwochmorgen aus der Zeitung von der unfassbaren Tat erfahren. Wie Schulrätin Elisabeth Warketin mitteilt, habe sie sofort das zuständige Kriseninterventionsteam (KIT) verständigt. Gemeinsam mit diesem wolle das Schulamt nun ein „Unterstützungs-Paket“ für die Josef-Dering-Schule schnüren. Wie dieses genau aussehe, hänge von der Situation ab, die die ausgebildeten Helfer vor Ort vorfänden. Deshalb seien die Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams zuerst einmal damit beschäftigt, mit den Eltern der Klasse, in die die beiden Zwillingsschwestern gegangen sind, sowie den Lehrern der Schule und anderen betroffenen Personen Kontakt aufzunehmen. Sie sollen das Gespräch suchen und eine Bestandsaufnahme machen.

„Die Mitarbeiter haben genügend Erfahrungswerte von anderen Einsätzen, so dass sie die Situation gut einschätzen und entsprechende Maßnahmen ergreifen können“, sagt Warketin. So würden die Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams den Eltern möglicherweise Hilfestellungen geben, wie sie mit ihren Kindern über das Thema sprechen sollen. Genaueres zum weiteren Vorgehen könne man zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht sagen.

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