Eskalierte ein jahrelanger Streit?

Mann erschießt Tochter und Schwiegersohn

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Kösching - Ein Zeuge hört Schüsse, ruft die Polizei. Die Beamten finden zwei Leichen. Tatverdächtig ist ein 68-Jähriger - Vater und Schwiegervater des toten Paares.

Öfters hörten Nachbarn Geschrei im unteren Bereich des Luwigsgrabens in Kösching (Kreis Eichstätt). Sahit I. (68) stritt da mal wieder mit seinem Schwiegersohn Andreas R. (35). „Wie Hund und Katz’“, erinnert sich eine Frau. Freitagabend, gegen 17.45 Uhr, erreichten eben aus dieser Straße gleich mehrere Notrufe die Einsatzzentrale in Ingolstadt. Es werde geschossen, wohl mehrmals. Eine Streife fand wenig später zwei Leichen, den Schwiegersohn Andreas R. und dessen Frau Sanie (39). Die Beamten konnten den beiden nicht mehr helfen. Der mutmaßliche Schütze, der eigene Vater von Sanie, ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Möglicherweise hatte sich der Rentner, der einfach ins Haus seiner Opfer spaziert war, zuvor betrunken. Mittlerweile ist Haftbefehl wegen zweifachen Mordes gegen ihn ergangen.

Vater Sahit R. lebte in unmittelbarer Nachbarschaft der Eheleute. In dessen Wohnung fanden die Ermittler später auch eine Handfeuerwaffe, wohl eine Pistole. Sie könnte auch bei der Tat verwendet worden sein, dies wird derzeit abgeklärt. Sicher ist: Der Mann hatte nicht die Berechtigung. diese Waffe zu besitzen, er besaß sie also illegal. Die Familie, Sahit I. stammt aus Albanien, wohnt schon ein halbes Leben in Kösching, um die 30 Jahre.

Doch weshalb kam es immer wieder zum Streit zwischen dem Familienoberhaupt und seinem Schwiegersohn? Streit, der schließlich in der Tragödie endete? Angeblich stecken Grundstücksangelegenheiten dahinter. „Es hat offensichtlich Familenzwistigkeiten gegeben“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt dazu. Ermittler versuchen nun, durch weitere Befragungen, auch von Angehörigen, Hinweise zum Motiv zu erhalten.

Eine Obduktion ergab, dass die Eheleute zweifelsfrei den Schussverletzungen erlagen. Wie oft aber abgedrückt worden war, darüber gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen von Ohrenzeugen, es wird von bis zu fünf Schüssen berichtet.

Sahit I. äußerte sich auf Anraten seines Pflichtverteidigers nicht zu der Bluttat gegenüber dem Haftrichter. Seine Ehefrau, Mutter des Opfers Sanie, hat ihn schon vor gut einem Jahr verlassen. Sie soll die ewigen Streitereien einfach nicht mehr ausgehalten haben

mc

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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