Eltern verlieren schon das zweite Kind

Marie (15) stirbt in den Flammen

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Edling – Ein 15-jähriges Mädchen ist bei einem Brand in Edling ums Leben gekommen. Die Feuerwehr fand die Schülerin tot in ihrem Zimmer. Die Eltern verlieren nun schon ihr zweites Kind auf tragische Weise.

Lange ist unklar, ob Simon (17) recht hat. Den Feuerwehrleuten sagt er, seine Schwester Marie sei noch oben in der Wohnung, aus der wie wild die Flammen peitschen. Doch die Einsatzkräfte sind sich nicht sicher. „Wir hatten die Hoffnung, dass sie bei Freunden übernachtet hat“, sagt Matthias Schnetzer, Feuerwehrmann und Bürgermeister der Gemeinde Edling (Kreis Rosenheim). Aber als er und seine Kameraden das Feuer in der Dachgeschosswohnung endlich im Griff haben, stirbt alle Hoffnung. Die 15-Jährige liegt tot in ihrem Zimmer.

Ob sie bei dem Brand am frühen Dienstagmorgen im Schlaf erstickt ist oder vom Feuer eingeschlossen wurde, ist unklar – genau wie die Brandursache. „Als wir angerückt sind, standen das ganze Dachgeschoss und das Treppenhaus schon in Flammen“, sagt Schnetzer. Marie hatte wohl keine Chance.

Ihr Bruder konnte das Mehrfamilienhaus mit den übrigen Bewohnern rechtzeitig verlassen. Anscheinend waren die beiden Jugendlichen alleine in der Dachgeschosswohnung, in der das Feuer wohl ausgebrochen war. Der Vater, der von der Familie getrennt lebt, wurde von den Einsatzkräften informiert. „Als die Gewissheit über den Tod der Tochter kam“, sagt Schnetzer, „wurde er sofort betreut.“

Für die Familie ist Maries Tod die Fortsetzung eines Dramas, das im November 2012 begann. Damals verloren die Eltern ihren Sohn Sebastian bei einem Unfall auf der B 304. Ein Lkw überfuhr den 17-Jährigen Mopedfahrer. „Das ist jetzt ein ganz herber Schlag“, sagt Schnetzer, der die Familie kennt. „Da fragt man sich doch, was man verbrochen hat.“

Bilder: 15-jährige stirbt bei Brand

Über 100 Feuerwehrleute, unter anderem aus Ebersberg, waren im Einsatz. Sie bekämpften die Flammen mit zwei Drehleitern aus der Luft. Um 7.50 Uhr war der Brand gelöscht, der Einsatz dauerte noch bis 16 Uhr. Ob das völlig zerstörte Haus überhaupt gerettet werden kann, ist ungewiss. Inzwischen ermittelt die Kripo Rosenheim.

Weitere Brände in Bayern richteten hohe Sachschäden an. In einer Rosenheimer Tiefgarage zerstörte ein Feuer am Dienstagvormittag 25 Autos, es entstand ein Schaden von rund einer halben Million Euro. Laut Polizei war eines der Autos aus ungeklärter Ursache in Brand geraten. Das Feuer griff dann auf die übrigen Autos über.

In Erkheim (Kreis Unterallgäu) stand am Dienstagmittag ein Sägemehlsilo in Flammen. 250 Feuerwehrleute mussten es per Bagger umreißen und ausbrennen lassen. Der Schaden liegt bei 100 000 Euro. 20 000 Euro höher ist der Schaden an zwei Wochenendhäusern am Klausensee im Oberpfälzer Seenland ausgefallen. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

Feuerwerkskörper scheinen für drei weitere Brände verantwortlich zu sein. In Aschaffenburg und im niederbayerischen Lindau an der Isar verursachten verirrte Raketen Feuer in einer Wohnung und in einem Mehrfamilienhaus. Im Bereich der Rossfeldalm im Berchtesgadener Land geriet in der Silvesternacht sogar eine Bergwiese in Flammen. Feuerwerkskörper hatten trockenes Gras entfacht.

Marie bleibt das einzige Todesopfer des Jahreswechsels in Bayern. Bürgermeister Schnetzer will die Familie bald besuchen. Auch ihn und seine Feuerwehr-Kameraden erschüttert der Tod des Mädchens. Was bleibt, ist ein Gedanke: „Wir haben es nicht rechtzeitig geschafft.“

Marcus Mäckler

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