Faschings-Endspurt für Bayerns Narren

Nürnberg/München - Die Fastenzeit naht - vorher lassen es Bayerns Narren aber noch einmal richtig krachen. Die längste Faschingssaison seit Jahren findet am Wochenende ihren Höhenpunkt.

Mit Dutzenden von Faschingsumzügen und zahlreichen Freiluft-Narreteien steuert die längste Faschingssaison seit Jahren an diesem Wochenende ihrem Höhepunkt entgegen. Veranstalter der Karnevals-Umzüge wollen trotz kühlen Spätwinterwetters wieder Hunderttausende auf die Straßen locken. Auch die oberbayerischen Berge und das Allgäu sind längst keine faschingsfreien Zonen mehr. Auf etlichen Skipisten ist nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa Faschingsgaudi angesagt. Die bayerischen Zentren des Straßenkarnevals sind an diesem Sonntag (6. März) allerdings Würzburg und Nürnberg. Mit kilometerlangen Faschingsumzügen wollen Narren in beiden fränkischen Großstädten einen Hauch von rheinischem Karneval nach Nordbayern verbreiten.

So sexy wird der Fasching

So sexy wird die närrische Zeit

Allein in Würzburg haben sich für den Faschingszug am Sonntag bereits mehr als 120 Gruppen, Prunkwagen und Kapellen angemeldet. Der Startschuss soll um 11.55 Uhr fallen. Dann wollen tausende Narren fast drei Stunden quer durch die Innenstadt ziehen; gesäumt ist die Zugstrecke jährlich von bis zu 100 000 Zuschauern. Der Veranstalter, die 1. Karnevalsgesellschaft Elferrat von 1931, hat heuer zum Motto erklärt: “Solange der Main schlägt seine Wellen, hat Würzburg seine Großbaustellen“.

In Nürnberg setzen die Faschingsvereine mit ihrem Umzug eine jahrhundertealte Tradition fort. Sie sehen im ersten Zunftzug im Jahre 1396 das historische Vorbild des heutigen Narrentreibens. Insgesamt besteht der um 13.00 Uhr startende Umzug aus 47 Gruppen und Motivwagen mit mehr als 3000 Teilnehmern, wie der Vorsitzende des Fördervereins Nürnberger Fastnachtszug, Reiner Loos, berichtete. Das Wetter scheint zu passen: “Vier Grad plus und sonnig - ideales Wetter für den Faschingszug“, meint Loos.

Im Allgäu wird an diesem Sonntag Marktoberdorf zur Narrenhochburg: Rund 30 000 Zuschauer werden zum “Gaudiwurm“, einem der größten Faschingsumzüge Schwabens, erwartet. Nach Veranstalterangaben haben sich rund 80 Gruppen mit insgesamt 1500 Teilnehmern aus Vereinen der Umgebung angemeldet. In fantasievollen Kostümen wollen die Narren auf geschmückten Festwagen oder in Fußgruppen durch die Innenstadt ziehen.

Bereits am Samstag findet in Pfronten/Allgäu das größte und älteste Schlittenrennen statt. 160 Mannschaften gehen an den Start. Die rund 300 Männer und Frauen stürzen sich auf ihre im Ostallgäu “Schalengge“ genannten traditionellen Hörnerschlitten einen rund 1000 Meter langen Hang hinab. Mit den Schlitten wurde früher Heu und Holz ins Tal transportiert. Einige Fahrer werden bei dem rasanten Rennen kostümiert oder in historischer Kleidung antreten.

Retro-Pistengaudi ist am Faschingsdienstag (8. März) beim traditionellen “Nostalschi-Rennen“ auf dem Sudelfeld bei Bayerischzell angesagt. Auf der Walleralm können sich die Rennfahrer ab 10 Uhr beim musikalischen Frühschoppen aufwärmen, bevor um 13 Uhr der Startschuss fällt. Mit Ski-Klamotten und Ausrüstung im Look von Anno Dazumal geht es auf die Piste. Gefragt ist dabei neben dem richtigen Outfit auch absolute Risikobereitschaft.

In München erreicht der Straßenfasching am Faschingsdienstag mit dem Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt seinen Höhepunkt. In den letzten Jahren feierten bis zu 25 000 Menschen. Den Tanz der Marktfrauen gibt es in München schon seit über hundert Jahren. Damals wollten die Händlerinnen ihrem schlechten Ruf als “grantelnde Marktweiber“ entgegenwirken. Auch in diesem Jahr lassen die Marktfrauen wieder einmal ihre Arbeit liegen und tanzen traditionell ab 11 Uhr auf der Bühne ihre einstudierten Choreographien - natürlich verkleidet mit fantasievollen Kostümen.

dpa

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