Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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Breitmoos: Das Haus des Ehepaars M. (Pfeil) flog in der Nacht auf Mittwoch in die Luft.

Inzell: Erst verloren sie ihr Haus - dann ihr Leben

Inzell - Bei der verheerenden Hausexplosion in Inzell verdichten sich die Hinweise, dass es sich bei dem Unglück um eine Verzweiflungstat der beiden Besitzer Christa (67) und Hannes (75) M. gehandelt hat. In Inzell herrscht indes Fassungslosigkeit.

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Erst am frühen Dienstagnachmittag hatten Christa und Hannes M. einen Termin im Amtsgericht Traunstein. Ihr Einfamilienhaus mit 184 Quadratmetern Wohn- und rund 11.000 Quadratmetern Grundstücksfläche sollte unter den Hammer: Zwangsversteigerung!

Die Bank, die die Hand auf der Immobilie hatte, wollte 270.000 Euro Mindestgebot. Der Wert des Hauses mit drei Terassen und unverbaubarem Bergblick in Südlage hatte laut einer Versteigerungs-Anzeige beim Doppelten gelegen - bei 540.000 Euro. Es fand sich trotzdem kein Bieter für den Mindestbetrag. Ein neuer Versteigerungstermin hätte frühestens im Januar 2010 stattgefunden. Solange hätte das Paar wohl sicher in seinem Zuhause bleiben können.

Explosion in Inzell

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Bilder vom Tag danach

Trümmerfeld nach Explosion

Video:

Ein Video vom Trümmerfeld in Inzell-Breitmoos gibt es hier.

Warum also diese unfassbare Tat? War die Verzweiflung der beiden wirklich so groß? Diese Fragen gehen den Inzellern seit vergangener Nacht nicht mehr aus dem Kopf. Ein Nachbar erzählt, dass Christa und Hannes M. eigentlich ganz nette Leute gewesen seien. „Sie sind immer im Partnerlook und Händchen haltend durch unseren Ort spaziert.“ Für einen weiteren Nachbarn sei das Ehepaar M. eher sonderbar gewesen: “Es gab häufiger Unstimmigkeiten, auch mit anderen Anwohnern.“ Zudem hätten die Eheleute sehr zurückgezogen gelebt.

Fassungslosigkeit in Inzell

Nachbarn berichteten, dass Christa und Hannes M. vor etwa 15 Jahren nach Inzell gezogen seien. Ihre finanzielle Misere begann dann in den Jahren 2000 bis 2002. Damals kauften sich die Rentner eine Wohnung in Bad Reichenhall. Offenbar wollten sie sich verkleinern, den Wohnsitz in Inzell wohl aufgeben. Für das Anwesen in Breitmoos war zuvor auch ein Käufer gefunden worden. So ist es zu erklären, dass Hannes und Christa M. auf ihr Haus in Breitmoos bei einem Wert von 540.000 Euro eine Grundschuld von 480.000 Euro eintragen ließen.

Unglücklicherweise stellte sich dann heraus, dass der Käufer nicht so solvent war, wie er angegeben hatte. Das Ende vom Lied: Der Verkauf platzte, das Seniorenpaar blieb auf einem Berg Schulden sitzen. Ein herber Abstieg, denn Hannes M. war ein wohlhabender Mann gewesen. Der Elektroingenieur unterhielt in München einst ein florierendes Unternehmen und war eine große Nummer im Baugewerbe gewesen, heißt es. In der Nacht auf Mittwoch nahm das einst wohlhabende Leben von Christa und Hannes M. ein unfassbar tragisches Ende.

„Wie ein Schlachtfeld“

Es war kurz vor 2 Uhr morgens, als sämtliche Nachbarn durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen wurden. Sofort eilten sie an ihre Fenster - schon jetzt bemerkten sie, dass etwas Schreckliches passiert sein musste, denn ihre Fenster waren allesamt zerborsten. Zerborsten von einer Druckwelle, ausgelöst im Haus ihrer Nachbarn Christa und Hannes M. „Das Nachbarhaus, es war einfach verschwunden“, erzählt ein Nachbar. “Es sah aus, wie auf einem Schlachtfeld. Aus den Trümmern stiegen meterhohe Flammen auf.“

Innerhalb kürzester Zeit trafen insgesamt 150 Rettungskräfte an der Unglücksstelle ein, von Christa und Hannes M. fehlte zunächst aber jede Spur. Vier Stunden später, um 6 Uhr morgens, dann die traurige Gewissheit. Die Hausbesitzer befanden sich während der verheerenden Explosion im Haus. Für sie kam jede Hilfe zu spät.

Derweil gibt es wilde Spekulationen über den Unfall-Hergang. Es geht sogar das Gerücht um, dass der Körper von Christa H. in Benzin getränkte Tücher gewickelt gewesen sei.

„Es herrscht große Solidarität“

Nur wenige Stunden nach der verheerenden Explosion haben jetzt bereits die Aufräumarbeiten begonnen. „Alle Nachbarn und Anwohner helfen mit“, erzählt Inzells Bürgermeister Martin Hobmaier auf Anfrage von chiemgau24.de. „Unsere Handwerksbetriebe haben alles stehen und liegen lassen, um Fenster und Türen der benachbarten Häuser zu reparieren.“ Auch die Feuerwehr sei weiterhin vor Ort. „Jetzt herrscht große Solidarität. Alle packen an.“

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