Zeugnisvergabe steht an

Etwa 30.000 Schüler bleiben sitzen

München - Rund 1,75 Millionen Schüler erhalten am Dienstag in Bayern ihr Zeugnis. Das Kultusministerium schätzt, dass heuer rund 30.000 Schüler das Klassenziel nicht erreichen.

Wenn an diesem Dienstag etwa 1,75 Millionen bayerische Schüler ihre Zeugnisse erhalten, werden nicht alle Jungen und Mädchen freudig strahlen. Etwa 30 000 Schüler werden vermutlich sitzenbleiben, wie das Kultusministerium auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa am Freitag mitteilte. Allerdings sei das nur eine grobe Schätzung, die sich am Vorjahr orientiere. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband ging von ähnlichen Zahlen aus. Er warnte zudem davor, die Aussagekraft der Zeugnisse überzubewerten. „Sie sagen wenig aus über Kompetenzen, Einstellungen oder Wertvorstellungen eines Schülers“, sagte Verbandspräsident Klaus Wenzel.

Er empfahl allen Eltern, gelassen mit einem schlechten Zeugnis umzugehen und die Kinder keinesfalls für schlechte Noten zu bestrafen. Zudem sollten sie den Schülern in den Ferien eine mehrwöchige Lernpause gönnen. Es sei wenig sinnvoll, die Ferien mit Nachhilfe vollzustopfen. „Gerade junge Menschen brauchen Erholung und Ruhe.“

Der Verein der Gymnasialeltern Bayern forderte, das Sitzenbleiben ganz abzuschaffen. Die drohende Klassenwiederholung als Disziplinierungsmittel vergifte das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern. Zudem sei die Ehrenrunde teuer. „Vielmehr müsste in pädagogische und fachliche Unterstützungsmaßnahmen investiert werden, um den Kindern in einzelnen Fächern und in schwierigen Phasen zu helfen“, sagte die Vereinsvorsitzende Ulrike Köllner laut Mitteilung.

dpa

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