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Bayerns Innenminister stellt Kriminalstatistik vor (Archivfoto von 2015).

685 Fälle im ersten Halbjahr

Herrmanns Schock-Zahlen: Fast 50 Prozent mehr Vergewaltigungen

Die Anzahl der verübten Vergewaltigungen ist in den ersten sechs Monaten des Jahres angestiegen. Über die Gründe kann derzeit nur spekuliert werden.

München - In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 sind in Bayern fast 50 Prozent mehr Vergewaltigungen angezeigt worden als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt tauchen in der Polizeistatistik 685 Fälle auf, ein Plus von 48 Prozent. Besonders auffällig: Die Zahl der Taten, die Zuwanderern zugeordnet wurden, stieg gar um 91 Prozent auf 126, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag im Kabinett. Damit lag der Gesamtanteil der Zuwanderer an allen sexuellen Vergehen bei 18 Prozent (2016: 14 Prozent).

Die Gründe für die Steigerung der Gesamtzahl seien zunächst unklar: „Unsere Polizeiexperten arbeiten derzeit an einer detaillierten Analyse“, sagte Herrmann. Auf jeden Fall sollten Sexualstraftaten noch gezielter bekämpft werden, auch in den Asylunterkünften. „Neben einer erhöhten Polizeipräsenz gehören dazu auch gezielte Präventionsmaßnahmen.“ Herrmann forderte zudem, bei der Registrierung von Flüchtlingen neben Fingerabdrücken auch DNA-Proben zu nehmen.

„Die CSU agiert bei diesem Thema unverantwortlich“

Katharina Schulze als innenpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion erklärte dazu, die Straftaten müssten selbstverständlich „aufgeklärt und die Täter zu Rechenschaft gezogen werden“. Darüber hinaus sei aber ein wirksamen Schutz und mehr Prävention gegen Gewalt an Frauen vonnöten. Schulze: „Die CSU agiert bei diesem Thema unverantwortlich; ambulante Notrufe und Frauenhäuser sind seit Jahren chronisch unterfinanziert. Es gibt in Bayern immer noch nicht genügend Plätze in Frauenhäusern.“

Die Zahl der Straftaten insgesamt ist laut Herrmann bayernweit gesunken. Die Statistiker zählten 282 000 Straftaten und damit knapp 20 500 weniger als im Vorjahreszeitraum.

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Interview mit Joachim Herrmann

Der Spitzenkandidat der CSU, Joachim Herrmann, bleibt im übrigen vor der Bundestagswahl 2017 bei seiner Forderung nach straffen Grenzkontrollen. Von der AfD grenzt er sich hingegen scharf ab

mm/tz

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