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Die S-Bahn, hier bei der Grundreinigung, erhält eine neue Innen-Ausstattung.  

Umfassende Modernisierung

(Fast) alles neu: So werden unsere S-Bahn-Züge aufgehübscht

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Mit viel Geld werden die Münchner S-Bahnen modernisiert - und bekommen eine neue Innen-Ausstattung. Billig ist das nicht. 

München – Die 238 Triebfahrzeuge der S-Bahn München bekommen ein neues Innen-Design. Neue Sitze, neue Beleuchtung, neue Türtaster, ja sogar neue Fußböden sollen die knapp 20 Jahre alten Fahrzeuge des Typs ET 423 aufhübschen.

Das Re-Design firmiert bahnintern als „Projekt Fahrzeugmodernisierung ET 423“. Bereits ausgeschrieben wurden verschiedene wichtige Punkte. So soll die S-Bahn im Zuge einer ohnehin anstehenden großen Revision (eine Art Zug-TÜV) neue Sitze bekommen, die auch etwas anders situiert werden. Dadurch wird der Fahrgastraum verändert. Ziel ist es, so den Ein- und Ausstieg der Reisenden zu beschleunigen. Ferner gibt es eine neue LED-Beleuchtung, die die alten Leuchtstoffröhren ersetzt.

Modernisierung wird mehrere Millionen Euro kosten

Auch der an vielen Stellen schadhafte und geflickte Fußbodenbelag wird mitsamt Unterbau ausgetauscht, ferner die Türtaster. Gestern wurde das Re-Design in der Aufsichtsratssitzung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) beschlossen. Heute wollen S-Bahn-Chef Heiko Büttner und BEG-Geschäftsführer Johann Niggl die Details der Öffentlichkeit vorstellen.

Ohne Not lässt sich die S-Bahn nicht auf die Modernisierung ihrer Züge ein, die mehrere Millionen Euro kosten wird (allein die neuen Böden sind auf 1,9 Millionen Euro veranschlagt). Das Re-Design ist, wenn man so will, Teil eines „Deals“: Im Gegenzug für die Investitionen bekommt die Deutsche Bahn die Garantie, das S-Bahn-Netz in München als Monopolist für eine Übergangsphase bis Ende 2019 weiterbetreiben zu dürfen. Ab 2020 soll dann der 1. Münchner S-Bahn-Vertrag gelten, dessen Modalitäten derzeit ausgehandelt werden. Grundsätzlich hat die BEG, die dem bayerischen Innenministerium untersteht, ein Interesse an einer Ausschreibung des S-Bahn-Netzes, wobei neben der Deutschen Bahn auf einigen Linien auch andere (private) Bahnunternehmen zum Zug kommen könnten. Soweit die Theorie. 

Das Re-Design der S-Bahn ist Teil eines Deals

In der Praxis wird das aber wegen des komplexen S-Bahn-Betriebs mit acht S-Bahn-Linien und nur einer S-Bahn-Stammstrecke erst mal nicht möglich sein. Daher soll der 1. S-Bahn-Vertrag ebenfalls mit der DB abgeschlossen werden. Der Vertrag soll bis 2027, vielleicht auch bis weit nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke bis 2034 gelten. In dieser Zeit – das macht das Thema knifflig – müssen neue S-Bahn-Züge gekauft werden, da die heutigen Fahrzeuge nach rund 30 Jahren Laufleistung ausrangiert werden müssen. Die Milliarden-Investition könnte wohl erneut nur die DB stemmen. Um aber anderen Bahnbetreibern ein „Invest“ in München schmackhaft zu machen, sichert der Freistaat zu, „die für die Beschaffung der Neufahrzeuge erforderliche Finanzierung zu organisieren“, wie es in der Ausschreibung heißt.

Der Grünen-Abgeordnete Markus Ganserer zeigte sich gestern enttäuscht, dass der Freistaat keine Pool-Lösung anstrebt, wie sie in anderen Bundesländern üblich ist. Bei einem Pool kauft der Staat die Züge und verleiht sie an die Bahnbetreiber – dadurch sind Wechsel der Bahnbetreiber leichter zu bewerkstelligen.

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema: S-Bahn-Deal dürfte Pendler freuen.

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