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Der SPD-Abgeordnete Martin Güll präsentierte gestern eine neue Statistik zum Unterrichtsausfall. 

Statistik des Kultusministeriums

Fast jede zehnte Unterrichtsstunde wird nicht regulär gehalten

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München – In Bayern fallen 1,6 Prozent aller Unterrichtsstunden ersatzlos aus. Insgesamt 8,5 Prozent werden nicht regulär gehalten.

Das geht aus einer Statistik hervor, die das Kultusministerium auf Anfrage der SPD herausgegeben hat. Die größte Oppositionsfraktion fordert nun die Einstellung und Umschulung weiterer Lehrer.

Die Zahlen beziehen sich noch auf das Schuljahr 2014/ 15. Sie lassen sich politisch in mehrere Richtung deuten. Der größte Anteil der nicht regulär gehaltenen Stunden wird von Vertretungslehrern aufgefangen, gut 5,3 Prozent, 100 000 Stunden pro Woche. Die SPD sieht jedoch eine Überlastung der Lehrer. „Wir sind am Anschlag, auch was die Lehrergesundheit betrifft“, warnt Martin Güll, der den Bildungsausschuss führt und früher eine Hauptschule im Kreis Dachau leitete.

Güll rechnet hoch, dass es 6357 Lehrer bräuchte – 350 Millionen Euro teuer –, um den Ausfall aufzufangen. „Wir hätten kein Problem, die Lehrer einzustellen.“ Sie stünden teils bereits auf der Straße. Auf Nachfrage räumt Güll allerdings ein, dass es so einfach nicht wäre – regional und fachspezifisch gibt es ein höchst unterschiedliches Angebot. Güll sagt, man müsse eben „Gymnasiallehrer bitten, ob sie sich künftig die Mittelschule vorstellen können“. Das werde „nicht sofort gehen“. Ob es überhaupt geht, ist in Fachkreisen umstritten.

Details aus den Daten: Am höchsten ist der Unterrichtsausfall an Realschulen, mehr als jede zehnte Stunde. Hier wird aber auch mehr vertreten als in anderen Schularten, letztlich fallen 1,2 Prozent der Stunden aus. An den Gymnasien fallen 8,9 Prozent aus, 2,3 Prozent ersatzlos. An Grundschulen sind es 7,1 / 1,0 Prozent, an Mittelschulen 9,3 / 1,8 Prozent.

Die CSU sieht die Zahlen naturgemäß weit weniger dramatisch. Bei den nicht regulär gehaltenen Stunden seien auch Exkursionen und Projekte enthalten, sagt Vize-Ausschusschef Gerhard Waschler: „Die SPD übt sich mit ihren völlig überzogenen Hinweisen auf eine angeblich dramatische Unterrichtssituation in Panikmache.“

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