FDP: CSU-Kritik zur S-Bahn-Stammstrecke unberechtigt

München - Das Gezerre um die Finanzierung des geplanten zweite Münchner S-Bahn-Tunnels wird zum Streitthema in der CSU/FDP-Koalition.

Die FDP wies am Samstag die Kritik der CSU am Fahrplan zurück: Die CSU wolle damit von eigenen Versäumnissen in der Vergangenheit ablenken, sagte am Samstag der Wirtschaftsexperte Franz Xaver Kirschner. Anlass war der Vorwurf des früheren CSU-Vorsitzenden Erwin Huber, Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sei zu langsam bei der Planung.

Die FDP wirft nun der CSU im Gegenzug vor, sie habe in der Zeit ihrer Alleinregierung einseitig auf den Transrapid gesetzt und die Modernisierung des Personennahverkehrs vernachlässigt. Auch die jetzige Verzögerung des Projekts hätte die CSU zu verantworten, sagte Kirschner: “Wir wären sehr viel weiter, wenn die CSU nicht ein Gutachten zum Südring eingefordert hätte.“

“Wenn CSU und FDP sich gegenseitig Versäumnisse vorwerfen, haben beide recht“, spottete Ude. “Wir sind jetzt tatsächlich am letzten Drücker. Sie sollen nicht das Schwarze-Peter-Spiel spielen, sondern tätig werden.“ Die zweite Stammstrecke sei das wichtigste Infrastrukturprojekt der Staatsregierung. “Die Stammstrecke ist notwendig, um einen Zusammenbruch des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum München zu verhindern“, warnte Ude. Der Tunnel komme auch nicht nur München zugute. “Der Ausbau des gesamten Nahverkehrs hängt daran, dass dieses Nadelöhr beseitigt wird. Wir wollen ja auch Regionalzüge durch den Tunnel fahren lassen.“

Die Planung der zweiten Stammstrecke kommt seit Jahren nur im Schneckentempo voran. Hauptgrund ist die ungeklärte Finanzierung.

dpa

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