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Alexander Putz hat die OB-Wahl gewonnen.

EIN FDP-Oberbürgermeister in Landshut 

„Das war schon ein Erdrutsch“

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Landshut - Die CSU hat in Landshut den wichtigsten Posten im Rathaus verloren. Ein FDP-Mann hat die Oberbürgermeisterwahl gewonnen: Alexander Putz, ein politischer Quereinsteiger, hat sich in der Stichwahl durchgesetzt.

Nach 46 Jahren an der Macht muss die CSU einen wichtigen Posten in der Kommunalpolitik räumen: In Landshut wird ab 1. Januar 2017 ein FDP-Mann Oberbürgermeister sein: der gebürtige Österreicher Alexander Putz, 53. Der politische Quereinsteiger hat CSU-Mann Helmut Radlmeier in der Stichwahl keine Chance gelassen (63 zu 37 Prozent). Ein Gespräch zur politischen Demontage.

-Herr Putz, Sie haben die CSU vom Platz gefegt, als Kandidat einer totgesagten Partei. Ist Sensation das richtige Wort?

Naja, vielleicht. Als ich nach der ersten Wahl gesehen habe, dass der Rückstand auf den CSU-Bewerber unter fünf Prozent beträgt, war ich schon sehr zuversichtlich. In den zwei Wochen danach war die Resonanz aus der Bevölkerung gigantisch, viele Leute haben mich angesprochen, die man als Politiker sonst nicht erreicht. Der Sieg hat mich nicht überrascht, trotzdem ist er überwältigend. 35 Prozent mehr als am ersten Wahltag, das ist schon ein Erdrutsch.

-War das ein Votum gegen eine lästig gewordene CSU oder gegen einen eher blassen Kandidaten?

Da waren viele Faktoren im Spiel. Es gab CSU-Mitglieder, die mich unterstützt haben; manche im Hintergrund, manche öffentlich, was mich sehr beeindruckt hat. Viele Leute sagten mir: ‚Ich wähle eigentlich immer CSU, aber diesmal...‘ Dann kam immer, dass sie von meiner Persönlichkeit und meiner ruhigen, sachlichen Art angetan sind. Wenn es um meine Persönlichkeit ging, war das keine Wahl gegen die CSU. Beim zweiten Wahlgang haben sicher auch viele, die vorher Rot oder Grün oder gar nicht gewählt haben, für mich gestimmt.

-Manche nennen Sie einen Populisten, der die Anti-Establishment-Stimmung für sich ausgenutzt hat.

Die haben sich nicht mit meinen Inhalten befasst. Ich habe versucht, die Themen gut zu erklären, aber auch thematisiert, dass wir eine andere Vermittlung der Politik brauchen, auf allen Ebenen.

-Knapper Wohnraum, schlechte Straßen, eine leere Kasse. Sie haben sich einiges aufgeladen. Wo fangen Sie an?

Die Problemfelder der Stadt sind sehr eng miteinander verwoben; mal ein Beispiel: Wir wachsen um 1000 Einwohner im Jahr und haben ein riesiges Wohnraumproblem. Nun können wir nicht alleine hergehen und sagen: Wir müssen Bauland ausweisen. Dann haben wir sofort das Problem, dass in den Stadtteilen, in denen die Flächen zur Verfügung stehen, die Schulkapazitäten nicht reichen. Wir müssen beides gleichzeitig vorantreiben. Die Verkehrsprobleme gehören auch dazu.

-Im Landshuter Stadtrat sitzt nur ein FDPler...

Jetzt sind wir schon zwei.

-Eine verlässliche Mehrheit sieht anders aus.

Im Stadtrat hat schon seit vielen Jahren niemand mehr eine Mehrheit und auch der CSU-Bewerber hätte nur 14 von 44 Stimmen gehabt. Deswegen kommt es besonders darauf an, dass es mir gelingt, überparteiliche Mehrheiten zu schmieden. Das Wahlergebnis zeigt ja schon, dass ich Leute verschiedener Lager ansprechen kann. Die Signale im Stadtrat sind von allen Seiten positiv.

-Sie sind politisch unerfahren. Ist das ein Manko?

(atmet tief ein) Sagen wir mal so: Bei den Wählern ist die Botschaft „frischer Wind“ sehr gut angekommen, das hat man gemerkt. Mir wurde ja vorgeworfen, dass ich in keinen Vereinen in der Stadt bin; da sei die Vernetzung schlecht. Andere finden das besonders toll, weil es keine Abhängigkeiten gibt. Natürlich habe ich nicht so viel kommunalpolitische Erfahrung, aber ich habe mich intensiv mit der Stadt und ihren Problemen befasst. Manche Dinge muss ich noch lernen, aber ich lerne schnell.

-Sie leben im kleinen Bruckberg. Wann steht der Umzug nach Landshut an?

Gar nicht. Wir haben 2011 in Bruckberg neu gebaut, das ist ein Nachbarort von Landshut. Im Wahlkampf ist das stark thematisiert worden, zu stark. Aber mein Arbeitsplatz ist seit 30 Jahren in der Stadt, ich fühle mich emotional viel mehr als Landshuter. Das habe ich immer gesagt, die Leute haben’s mir abgenommen, ich sehe da kein Problem.

Interview:Marcus Mäckler

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