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Gedenken im Herbst: An Allerheiligen und Allerseelen gedenken Katholiken ihren Heiligen und Verstorbenen.

Ursprung und Bedeutung der Feiertage

Was Allerheiligen und Allerseelen bedeuten

München - Der Herbst hält Einzug in Bayern. Mit dem bunten Laub rücken nun auch Allerheiligen und Allerseelen näher. Hier finden Sie alles Wissenswerte rund um die beiden Feiertage.

Die Vorbereitungen für die katholischen Hochtage Allerheiligen und Allerseelen sind größtenteils abgeschlossen: Die Grabkerzen wurden erneuert, das Laub entfernt und die Gräber mit winterfesten Pflanzen geschmückt. Viele Menschen blicken den beiden Feiertagen gleichermaßen mit Freude und mit Trauer entgegen. In den 4000 katholischen Pfarreien in Bayern wird am 1. November, an Allerheiligen, allen Heiliggesprochenen gedacht. Einen Tag später am 2. November findet das Gedenken an alle geliebten Verstorbenen, Allerseelen, statt.

Insgesamt gibt es mehr als 15.000 Heiliggesprochene in der katholischen Kirche, mehr als Tage im Jahr zur Verfügung stehen. Daher musste es einen zentralen Feiertag geben, an dem alle Heiligen gemeinsam gefeiert werden können. Ursprünglich wird die Entstehung von Allerheiligen auf das Jahr 610 n. Chr. unter Papst Bonifatius IV. datiert. Danach gedenken die orthodoxen Kirchen bis heute am ersten Sonntag nach Pfingsten ihren Heiligen. Erst Papst Gregor IV., von 827 bis 844 n. Chr. Bischof von Rom, setzte den Feiertag für die römisch-katholische Kirche auf den 1. November fest.

Kerze als Symbol der Auferstehung

Aufgrund der zeitlichen Nähe der beiden Tage, Allerheiligen und Allerseelen, werden sie häufig miteinander verwechselt. Traditionell findet der Gräberumgang und sowie die Segnung am Nachmittag oder frühen Abend des 1. November statt, auch wenn den verstorbenen Seelen offiziell erst einen Tag später gedacht wird. Der Grund dafür ist, laut einer Sprecherin des Erzbischöflichen Ordinariates München, Bettina Göbner, dass katholische Feiertage auch am Abend zuvor begangen werden können, so wie auch an Samstagabenden für Sonntag Gottesdienste gehalten werden können. Zudem müssten die meisten Gläubigen an Allerseelen wieder arbeiten. Im Gegensatz zu Allerheiligen ist dieser Feiertag nämlich nicht gesetzlich frei. So hätten auch Berufstätige eine Möglichkeit, auf die Friedhöfe zu gehen.

Der Allerseelentag geht auf Abt Odilo von Cluny im das Jahr 998 zurück. Der Benediktinerabt setzte den Tag zum Gedenken aller Verstorbenen auf den 2. November fest. Zum Hochtag für die gesamte katholische Kirche wurde er erst mit Papst Benedikt XV. im Jahr 1915. Generell sollte Allerseelen, laut der Erzdiösese München Freising, allerdings nicht als kollektiver Trauertag, sondern als eine Bekräftigung des Glaubens an die Auferstehung begangen werden. Als Symbol für die Auferstehung werden an den Gräbern die Kerzen entzündet.

Update vom 23. Oktober 2014: Allerheiligen zählt zu den sogenannten "stillen Tagen" in Bayern. Deshalb besteht zwischen 2 Uhr morgens bis Mitternacht ein Tanzverbot. Alle Infos dazu lesen Sie in unserem Artikel "Tanzverbot in Bayern: Das sind die stillen Tage".

Buchsbaum und Rosen als Grabschmuck

Die Bepflanzung des Grabes selbst kann ebenfalls einer gewissen Symbolik folgen. Dabei sollte man sich wieder auf heimische Pflanzen besinnen, wie der "Bayerische Rundfunk" fordert. Generell werden winterharte und winterblühende Pflanzen für die Gestaltung bevorzugt. Immergrüne Pflanzen wie Wacholder sind auf Friedhöfen häufig zu sehen. Grund könnte die besondere mythologische Aufgabe sein, die dem Zypressengewächs zukommt: Es soll über die Lebenden und die Toten Wache halten und ruhelose Geister an ihr Grab binden. 

Auch der Buchsbaum ist mit einer solchen Symbolik behaftet. Er soll den Teufel von den Gräbern fernhalten. Der Wermut (Artemisia asinthium) soll allein durch seinen starken Geruch böse Geister vom Friedhof vertreiben. Eine wenig düstere Bedeutung hat die Rose, die auch häufig zusammen mit der Jungfrau Maria abgebildet wird und ein Symbol für Jesus selbst darstellt.

Festgottesdienst wird live gesendet

Zu Allerheiligen wird es, wie im Jahr zuvor, eine Live-Übertragung des katholischen Festgottesdienstes um 10 Uhr in der ARD geben. Diesmal aus der Kirche St. Eligius im saarländischen Völklingen. Der Heilige Eligius wird übrigens mit einem Goldschmiedehammer und einem bockenden Pferd dargestellt. Er gilt als Schutzheiliger der Schmiede und Pferde.

VF

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