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Luftverschmutzung nimmt ab

Aus dem (Fein-)Staub gemacht

München - Die Belastung der Luft mit Feinstaub war 2011 in Bayern so gering wie nie zuvor. Und dennoch gibt es Städte, die die Grenzwerte regelmäßig überschreiten.

Klare Seen, blauer Himmel, saubere Luft – das ist Bayern. Nur leider nicht immer. Zwar ist das Bayerische Landesamt für Umwelt zurecht stolz auf die Bilanz der Feinstaub-Jahreswerte. Seit Jahren nimmt die Belastung ab, 2011 wurden im Durchschnitt an allen bayerischen Messstellen die Jahresgrenzwerte unterschritten.

Dennoch gibt es auch unter dem makellosen weiß-blauen Himmel so manche Orte, die mit dem Feinstaub Probleme haben. In Augsburg, Würzburg und München zum Beispiel. Die drei Städte gelten trotz aller Bemühungen immer noch als Feinstaubsünder. Die EU hat festgelegt, dass die Grenzwerte für Feinstaub an 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Ist eine Stadt dennoch über diesen Wert, drohen im Ernstfall empfindliche Geldstrafen.

Die Augsburger, Würzburger und Münchner überschritten vergangenes Jahr die 35-Tage-Grenze deulich. Würzburg um 36 Tage, Augsburg um 38 Tage, und München gleich um ganze 48 Tage. Unangefochtener Spitzenreiter in der Überschreitung ist aber Gelsenkirchen. Dort im Pott waren sie 2011 an 79 Tagen über der Grenze.

Als Hauptgrund für die Belastung gilt der Verkehr. Autos, Lkw, landwirtschaftliche Fahrzeuge. Um diese Feinstaubquelle zu mindern, hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Neue Autos emittieren nun weniger Abgase, in großen Städten werden Umweltzonen eingerichtet.

Um die Luftüberwachung kümmert sich das LÜB – das Lufthygienisches Landesüberwachungssystem Bayern. Das LÜB besteht aus rund 50 grauen Betonkästen, mit jeder Menge sensiblem Messgerät auf den Dächern. Analysiert werden dort dutzende Bestandteile der Luft, unter anderem die Ozon- und Kohlenmonoxidkonzentration. Solche Stationen stehen unter anderem in Garmisch-Partenkirchen, in Andechs (Kreis Starnberg) und in München. Jede Messstation ist mit einem Zentralrechner verbunden. Ist ein Wert stark erhöht, zum Beispiel der von Ozon, wird ein Warnung herausgeben.

Für dieses Gas etwa liegt der Wert bei 240 Mikrogramm pro einem Kubikmeter Luft. Gesundheitlich empfindliche Personen sollten an diesen Tagen auf anstrengende Tätigkeiten im Freien verzichten. Derzeit ist eine Überschreitung des Ozon-Grenzwerts aber nicht in Sicht. „Da braucht es schon zwei Wochen stabiles Hochdruckwetter mit viel Sonneneinstrahlung“, sagt Jens Winninghoff, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Momentan sei es dafür einfach zu wechselhaft. Bei den aktuellen Feinstaubüberschreitungen sieht es ein wenig anders aus. An der Landshuter Allee, einem Feinstaub-Schwerpunkt in München, ist man bereits 25 Tage drüber. Doch selbst dort gibt es über die Jahre betrachtet einen erfreulichen Trend. 2006 hatte das LÜB dort noch 44 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. 2011 waren es 36. Im Jahresmittel sind 40 Mikrogramm erlaubt.

Patrick Wehner

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