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25,25 Meter lang, bis zu 44 Tonnen schwer, solche Lang-Lkw sollen demnächst in Bayern rollen.

Feldversuch in Bayern: Lang-Lkw auch auf Bundesstraßen

München - Der Feldversuch mit Lang-Lkw soll in Bayern wie auch in anderen Bundesländern auf eine Anzahl von Bundesstraßen ausgedehnt werden. „Wir stehen in den Startlöchern“, heißt es bei den Speditionen.

„Es wird Zeit, wir doktern schon viel zu lange an diesem Thema herum.“ Wolfgang Thoma von der Spedition Ansorge in Biessenhofen/Allgäu wird langsam ungeduldig. Sein Unternehmen fährt unter anderem im Auftrag von Nestlé. Ein Lang-Lkw mit der Sonderlänge 25,25 Meter (statt der heute üblichen 18,75 Meter) könnte künftig Produktbestandteile zwischen Biessenhofen, dem Güterbahnhof München-Riem und Weiding bei Altötting transportieren. Dafür muss der Lang-Lkw unter anderem die A 96, die A 99 und die B 12 befahren. Die B 12 ist als „Todesstrecke“ berüchtigt. Doch das Unfallrisiko, etwa wenn ein Pkw den Riesen-Lkw überholt, sei vertretbar, meint Unternehmer Thoma.

Wie zahlreiche andere Firmen hat die Spedition Ansorge einen Antrag beim Bundesverkehrsministerium eingereicht. Dort werden seit Monaten die Routen geprüft. Bundesweit etwa 400 Lang-Lkw sollen in dem auf fünf Jahre angelegten Feldversuch fahren, wobei eine Spedition maximal zwei der Riesen-Laster einsetzen darf. Start könnte der 1. Januar 2012 sein, so geht es aus dem Verordnungs-Entwurf des Bundesverkehrsministeriums über den Einsatz von „Fahrzeugkombinationen mit Überlänge“ hervor, der unserer Zeitung vorliegt.

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Flächenländer wie Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen wollen sich an dem Feldversuch nicht beteiligen. Bayern hat hingegen seine Teilnahme zugesagt. Wie in anderen Bundesländern auch – die Lang-Lkw sollen in Hannover etwa zu den Keksfabriken von Bahlsen fahren, in Stade das Airbuswerk beliefern – sollen die Routen auf die Wünsche bestimmter Firmen zugeschnitten sein. 30 Unternehmen mit 170 Routen sind in Bayern angemeldet. Die Lang-Lkw sollen im Freistaat auf allen Autobahnen sowie auf einer Anzahl von Bundesstraßen rollen. In einem Routenvorschlag („Positivnetz“) des bayerischen Innenministerium werden nach Informationen unserer Zeitung unter anderem auch die B 13 bei Sauerlach, die B 17 zwischen Landsberg und Augsburg sowie die Flughafenstraße am Flughafen München genannt. Etwaige Engstellen, etwa Kreisverkehre, werden derzeit noch von den Straßenbauämtern geprüft. Weil die Lang-Lkw einen Dolly haben – eine lenkbare Achse am Anhänger –, halten Fahrzeughersteller wie etwa die Krone-Werke die Probleme für beherrschbar.

Ein spezielles Problem ist die sogenannte letzte Meile: Die meisten Firmen liegen nicht direkt an der Autobahn, sondern einige Kilometer entfernt in Gewerbegebieten. Daher müssen die Lang-Lkw auch auf kürzeren Strecken Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen befahren – ein Grund für den Bayerischen Gemeindetag, den Feldversuch abzulehnen (wir berichteten). Christian Durmann vom Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen hält die Sorge vor Straßenschäden allerdings für unbegründet. „Die Achslast wird sich reduzieren und Straßenschäden damit eher reduziert.“ Politisch sind in Bayern die Fronten längst geklärt. SPD und Grüne wie auch Umweltverbände wie die Allianz pro Schiene lehnen jede Art von Lang-Lkw ab, CSU und FDP sind dafür. CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber: „Wir sollten den Feldversuch durchführen“, die Einwände des Gemeindetags hält er für „nicht überzeugend“.

Um die Furcht vor den Riesen-Lastern einzudämmen, hat das Bundesverkehrsministerium Beschränkungen verfügt. Statt wie zuerst angedacht 60 Tonnen beträgt das zulässige Gesamtgewicht 44 Tonnen. Die Fahrer müssen sich einer Schulung beim Hersteller unterziehen, es gibt ein absolutes Überholverbot für die Lang-Lkw, mit denen auch kein Gefahrgut transportiert werden darf. Alle Lkw sollen durch Schilder gekennzeichnet werden.

Wolfgang Thoma von der Allgäuer Spedition Ansorge denkt derweil weiter: Die Lang-Lkw seien für den Einsatz über die Alpen sinnvoll. Leider blockten Österreich und Italien ab.

Von Dirk Walter

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