+
Die Unglücksstelle.

Felssturz von Stein: War ein Keller schuld?

Stein a. d. Traun - Knapp drei Monate nach dem Felssturz von Stein haben Geologen eine mögliche Ursache für die Katastrophe entdeckt. Die Staatsanwaltschaft hält sich aber noch bedeckt.

Noch immer liegen Trümmer und der riesenhafte Unglücksfelsen an dem Platz in Stein an der Traun, an dem Ende Januar zwei Menschen ums Leben kamen. Erst, wenn die Hinterbliebenen Abschied von Tochter und Vater genommen haben, soll hier alles weggeräumt werden.

Lesen Sie auch:

Das Protokoll einer Tragödie

"Bitte, holt uns hier raus": Der dramatische Feuerwehreinsatz

Anderen zu helfen: Das war Peter B.s Leben

Doch nun gibt es zumindest einen ersten Hinweis darauf, was den fatalen Felssturz ausgelöst haben könnte – es ist ein Keller im Berg. Der Hinweis stammt aus der von der Stadt Traunstein und der angrenzenden Brauerei eingesetzten Task Force. Geologe Klaus Smettan von der Task Force erklärte zwar gegenüber dem Trostberger Tagblatt, dass er wegen des Verfahrens der Staatsanwaltschaft keine Aussage treffen werde. Dennoch ließ er durchblicken, dass ein Grund für den Sturz des gewaltigen Felsbrockens der Keller des Hauses gewesen sein könnte.

Felssturz in Stein: Bilder vom Tag danach

Felssturz in Stein: Bilder vom Tag danach

Dieser ragt direkt in den Felsen hinein. Smettan meinte, der Felsbrocken sei regelrecht auf das Haus gekippt: „Kippen kann etwas, wenn der Fuß fehlt.“ Der fehlende Fuß im Falle des Felsens war wohl der durch den Keller verursachte Hohlraum. Die Vermutung geht weiter: Hinter dem abgebrochenen Felsstück sei schon lange Zeit eine Kluft gewesen. Smettan: „Hundert Jahre oder länger.“

Sophie und Peter B. starben bei der Katastrophe.

Der Geologe: „Solche großen Felsstürze kündigen sich im Millimeterbereich an.“ Erkennen könnten diese minimalen Veränderungen Vermessungssysteme, wie auch eines in der benachbarten Höhlenburg neu installiert werde. Dort wird ein altes System durch ein moderneres ersetzt. Die Höhlenburg ist seit Anfang Mai wieder für Besucher geöffnet, nachdem Untersuchungen ergeben haben, dass dort keine Gefahr besteht.

Zum Schutz vor kleinen Steinen müssten künftig aber alle Besucher und die Führer Helme tragen. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Traunstein hält sich bezüglich der Erkenntnisse zurück. Grund: Ergebnisse der beauftragten Gutachter liegen noch nicht vor.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lawinen-Ticker: Nur in Allgäuer Alpen erhebliche Gefahr
Lawinen sind der absolute Alptraum für Wintersportler. In unserem Ticker verraten wir Ihnen, wie sich die Lage an den bayerischen Ausflugszielen aktuell darstellt.
Lawinen-Ticker: Nur in Allgäuer Alpen erhebliche Gefahr
Wer kennt diesen Mann? Polizei veröffentlicht Foto nach Raub
Ein bewaffneter Mann hat am Donnerstagabend eine Tankstelle in Eggenfelden überfallen. Jetzt hat die Polizei ein Foto veröffentlicht.
Wer kennt diesen Mann? Polizei veröffentlicht Foto nach Raub
Rätsel nach Fund von Frauenleiche gelöst
Wer ist die Frau? Und woran starb sie? Diese Fragen waren nach dem Fund einer Leiche im Landkreis Kelheim offen. Inzwischen hat die Polizei sie wohl geklärt.
Rätsel nach Fund von Frauenleiche gelöst
Straße nach Lkw-Unfall stundenlang gesperrt
Ein Lkw-Fahrer ist bei einem Unfall auf der Bundesstraße 14 in der Nähe von Gebenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) schwer verletzt worden.
Straße nach Lkw-Unfall stundenlang gesperrt

Kommentare