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Nachbarin Rosi Kimmeringer, die nur zwei Häuser vom Unglücksort entfernt wohnt (Kreis), nahm den Felssturz am Montagabend nur als dumpfen Schlag wahr. Dann sah sie in der Dunkelheit nur eine gigantische Staubwolke. Das Haus daneben ist übrigens unbewohnt

Nachbarn wollen wieder einziehen

Stein a.d. Traun - Es war nur ein dumpfer Schlag, den Rosi Kimmeringer am Montagabend gegen 19.45 Uhr hörte.

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„Wie wenn ein Auto an die Bordsteinkante knallt und zurückgeschleudert wird!“, schildert die 61-Jährige den Moment, als ein riesiger Fels, das Haus ihrer lieben Nachbarn völlig zerstörte. Nur ein unbewohntes Haus trennt die beiden Anwesen.

Trauer in Stein an der Traun

Felssturz in Stein: Bilder vom Tag danach

Rosi Kimmeringer, die seit über 40 Jahren mit ihrem Mann Hans am Fuß des Felsens wohnt, rennt zum Fenster. Doch da ist nicht viel zu sehen. Nur eine gigantische Staubwolke zeichnet sich in der Dunkelheit ab. Ihr Mann ist im Keller, um eine Flasche Wasser zu holen. Gemeinsam verfolgt das Paar, wie erst ein Auto hält, dann ein zweites – und einer der Fahrer plötzlich brüllt: „Das Haus steht ja nicht mehr!“

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„Ich war völlig fertig, bin neben mir gestanden. Ich hätte niemals einen Notruf absetzen können, dazu war ich nicht in der Lage“, schildert sie dem Trostberger Tagblatt die Situation. Dann geht alles ganz schnell. Die Rettungskräfte rasen mit Blaulicht heran, und Rosi und ihr Mann erfahren, dass ihr Haus evakuiert werden muss. Gemeinsam mit der 73-jährigen Schwägerin, die mit im Haus lebt, packen sie Schlafanzug, Waschzeug und einen Ordner mit den wichtigsten Unterlagen zusammen. Die Nacht verbringen sie bei einem Sohn, der in der Nähe wohnt. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. „Wenn ich die Augen zugemacht habe, habe ich den Felsbrocken gesehen, wie er runterkommt, ganz schlimm.“

Über Radio und Fernsehen verfolgte das Paar schließlich die Bergungsarbeiten. Am Dienstagmorgen durften sie dann wieder nach Hause. Allerdings nur für eine kurze Zeit. „Viel tun konnten wir ja nicht, der Strom war immer noch abgedreht.“ Ein mulmiges Gefühl habe sie gehabt, als sie das Haus betreten habe, erzählt Rosi Kimmeringer. Trotz der Alpträume wollen sie und ihr Mann so schnell wieder möglich wieder in ihr Haus zurück. „Das Gebäude“, so erklärte ihr Sohn, „liegt ja nicht direkt unter einem Überhang.“ Doch Polizei und Bürgermeister baten um Geduld. Erst müsse das Gutachten der Geologen abgewartet werden: „Wer trägt denn die Verantwortung, wenn noch ein Fels abgeht?“, fragt Bürgermeister Franz Parzinger.

Bilder vom Unglücksort

Felsbrocken-Drama bei Traunstein 

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