Bewaffneter Raubüberfall auf Bäckerei - Täter flüchtig

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Sophie (18)

Felssturz in Stein: Freunde trauern um Sophie

Stein a.d. Traun - Wenn es überhaupt jemals geklärt wird: Die Feststellung der Ursache für den verheerenden Felssturz im oberbayerischen Stein a.d. Traun wird Wochen oder gar Monate dauern.

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Zwar beauftragte die Staatsanwaltschaft umgehend einen Experten mit einem geologischen Gutachten zur Ermittlung der Unglücksursache. Es werde allerdings "einige Zeit" bis zur Vorlage der Expertise vergehen, ließ sich der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Volker Ziegler, am Mittwoch lediglich entlocken.

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Im nahen Traunreut stand indessen die Trauer im Vordergrund: Am Vormittag gedachten Mitschüler der getöteten 18-jährigen Sophie, die am dortigen Gymnasium vor dem Abitur stand.

Trauer in Stein an der Traun

Felssturz in Stein: Bilder vom Tag danach

Bilder vom Unglücksort

Felsbrocken-Drama bei Traunstein 

Der gewaltige Felssturz hatte am Montagabend das Wohnhaus einer vierköpfigen Familie dem Erdboden gleichgemacht. Dabei starben der Familienvater (45) und die Tochter (18). Wie durch ein Wunder überlebten die Mutter (40) und der Sohn (16) das Unglück, wurden aber schwer verletzt.

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Ermittler Ziegler gab sich wortkarg. Er wollte am Tag zwei nach dem Unglück nicht einmal preisgeben, bei welcher Behörde oder Universität der mit dem Gutachten beauftragte Experte arbeitet, geschweige denn seinen Namen nennen. "Wir wollen den Mann in Ruhe arbeiten lassen", begründete er seine Zurückhaltung. Die Staatsanwaltschaft führt sogenannte Todesermittlungen. "Zwei Menschen sind auf ungeklärte Weise ums Leben gekommen", erläuterte Ziegler. Die Ermittlungen richten sich aber vorerst nicht gegen Menschen oder Firmen.

Der Felshang, von dem der riesige Stein abbrach, gehört zur Schlossbrauerei Stein, die in Familienbesitz ist. Der Bürgermeister der Stadt Traunreut, zu der Stein a.d. Traun gehört, hatte am Dienstag berichtet, dass die Brauerei den Zustand des Gesteins jährlich habe von Geologen untersuchen lassen. Diese Überprüfung habe wohl auch zuletzt keine Gefährdung des Geländes nachgewiesen, mutmaßte Rathauschef Franz Parzinger (CSU).

Von der Brauerei war dazu am Mittwoch keine Auskunft zu erhalten. Eine Sprecherin verwies auf die Ermittlungen der Kriminalpolizei. Auch zu Spekulationen, wonach permanent von oben in den Fels eindringendes Wasser in dem strengen Winter zu einer gefährlichen Art Frostbeule in dem Gestein mit der Folge der Absprengung geführt haben könnte, wollte sich niemand in der Brauerei äußern.

In einer ökumenischen Trauerfeier in der katholischen Stadtpfarrkirche von Traunreut gedachten am Vormittag Mitschüler der ums Leben gekommenen Sophie. Sie sangen Lieder und trugen Texte vor. Bürgermeister Parzinger sprach von einer "sehr beeindruckenden" Feier. Auch Sophies überlebender zwei Jahre jüngerer Bruder besucht das Johannes-Heidenhain-Gymnasium. An der Gedenkstunde nahm der ganz in der Nähe wohnende frühere bayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU) teil.

Der 16-Jährige und seine Mutter werden weiterhin im Traunsteiner Klinikum behandelt. Sie hatten Verletzungen der Wirbelsäule und zahlreiche Brüche erlitten, haben aber gute Chancen, wieder ganz gesund zu werden. Ein Sprecher des Klinikums bezeichnete ihren Gesundheitszustand am Mittwoch als weiterhin stabil. Beide hatten tags zuvor am Krankenbett vom Tod ihrer Angehörigen erfahren.

Traunreuts Bürgermeister Parzinger verwies auf die große Spendenbereitschaft in seiner Kommune gegenüber der leidgeprüften Familie. Die Mutter und ihr Sohn hätten nicht nur ihre Liebsten zu betrauern, sondern auch ihr ganzes Hab und Gut verloren. Er sei bereits auf der Suche nach einer neuen Wohnung für die beiden. "Sie stehen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mit Sicherheit nicht auf der Straße", sagte Parzinger. Unterdessen sei noch nicht geklärt, ob es auch eine Trauerfeier der Stadt für die beiden Todesopfer geben wird und wann der Familienvater sowie seine Tochter beerdigt werden. Der Rathauschef: "Wir sind im Gespräch mit den Angehörigen."

Mitschüler von Sophie kamen am Mittwoch zum Unglücksort. Sie stellten vor dem eingestürzten Wohnhaus Kerzen und ein Foto der 18-Jährigen auf. Fast gleichzeitig begannen dort die Aufräumarbeiten. Städtische Bauhofmitarbeiter packten die wenigen heil gebliebenen Habseligkeiten der Opfer - Bücher und Kleidungsstücke - in Kartons und brachten sie zur Stadtverwaltung. Viel wird nicht mehr zu gebrauchen sein. Mit zu viel Wucht hatte der Riesenfels am Montagabend das vor genau hundert Jahren errichtete Haus dem Erdboden gleichgemacht.

dpa

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