Ferienbeginn in Bayern

Mit diesen Tipps starten Sie sicher in den Urlaub

München – Der Sommerurlaub wird lange geplant – die Anreise aber oft nicht. Der ADAC warnt vor schlecht organisierten Urlaubsfahrten – und vor der Illusion, Kaffee und Red Bull könnten Schlafmangel ausgleichen.

Josef Maurus hat auf Bayerns Autobahnen schon so einiges erlebt. Er ist Stauberater des ADAC – und weiß leider nur zu gut, dass Familien manchmal vor lauter Vorfreude auf den Urlaub vergessen, die Anreise zu organisieren. Da könnte Maurus viele Geschichten erzählen. Zum Beispiel die von dem kleinen Mädchen, das mit zwei Hamsterkäfigen und furchtbarem Durst auf einer Wiese saß, als er anhielt, um ihren Eltern bei einer Reifenpanne zu helfen. Sie hatten keine Getränke eingepackt, wollten lieber an einer Rastanlage eine Pause einlegen. So weit sind sie gar nicht erst gekommen. Und auch ohne Panne hätten sie auf der Fahrt vermutlich früher oder später Probleme bekommen, glaubt Maurus. Spätestens im ersten Stau.

„Es gibt kein Patentrezept, um Staus aus dem Weg zu gehen“, sagt er. „Aber die Atmosphäre im Auto ist ganz entscheidend dafür, wie entspannt die Fahrt verläuft.“ Deshalb rät er immer wieder: Getränke und Snacks einpacken, für Kinder Spielsachen oder Unterhaltungsmedien und am wichtigsten: mehr Zeit einplanen als für die reine Fahrstrecke.

Maurus ist seit 30 Jahren Stauberater und weiß aus Erfahrung, dass der Urlaubsstart bei den meisten Familien nicht entspannt beginnt – sondern mit Stress. Viele Eltern wollen nachts losfahren, um Staus und Gequengel auf der Rückbank zu vermeiden.

Und genau damit machen sie oft schon den größten Fehler, betont Matthias Graw vom Institut der Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität: Sie fahren übermüdet los. Jeder fünfte Unfall wird durch Müdigkeit verursacht, sagt Graw. „Eine Nacht ohne Schlaf hat dieselben körperlichen Auswirkungen wie 0,8 Promille“, betont er. Und dagegen gibt es nur ein wirksames Mittel: Pausen, Bewegung an der frischen Luft – und idealerweise ein kurzes Nickerchen. „Schon eine Viertelstunde reicht oft, um für die nächste Etappe wieder fit zu sein“, sagt der Experte.

Vor allen anderen Aufputschern warnt er. „Eine Tasse Kaffee macht nur kurzzeitig fit – und frühestens nach 20 Minuten. Aber wenn das Gehirn wirklich übermüdet ist, bringt Kaffee gar nichts.“ Noch schlimmer sind laut Graw Energy-Drinks wie Red Bull. „Sie enthalten soviel Zucker, dass der Körper erstmal nur damit beschäftigt ist – im besten Fall hebt sich das mit dem Koffein wieder auf – dann kann man aber gleich Wasser trinken.“ Auch runtergekurbelte Fenster oder aufgedrehte Radios sind bestenfalls kurzzeitige Weckreize, sagt Graw. Nichts davon ersetze den fehlenden Schlaf. „Der Körper lässt sich nun mal nicht austricksen, wenn er müde ist.“

Deshalb hat er für Autofahrer, die am liebsten nachts in den Urlaub starten nur einen Tipp: Vorher ausruhen, viele Pausen und viel Zeit einplanen und bestenfalls einen Mitfahrer, mit dem man sich am Steuer abwechseln kann.

Katrin Woitsch

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