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Das Lokal „Zum gulden Stern“ in Nürnberg ist fast 600 Jahre alt.

Brand in historischer Bratwurstküche

Nürnberger Polizei geht von Brandstiftung aus

Nürnberg - Ein Brand in einem der ältesten Bratwurstlokale Deutschlands hat Liebhaber der Nürnberger Rostbratwurst vorübergehend um das Traditionslokal bangen lassen. Nun steht fest: Der Brand war kein Unfall.

Der Verdacht war schon nach dem Ende der Löscharbeiten aufgekommen, nun hat er sich bestätigt: Das Feuer in einem der ältesten Bratwurstlokale Deutschlands, dem Gasthaus „Zum gulden Stern“, ist von Unbekannten gelegt worden. „Die Spurenlage lässt keinen anderen Schluss als Brandstiftung zu“, sagte ein Sprecher der Nürnberger Polizei am Montag. Zu Einzelheiten wollte er sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Auch zur genauen Schadenshöhe machte er keine Angaben.

Brandermittler der Kripo setzten unterdessen am Montag ihre Arbeit fort. Der Zugang zu dem Lokal im Süden der Altstadt war weiterhin gesperrt. Bis auf eine zersplitterte Scheibe im Obergeschoss wies das Fachwerkhaus äußerlich keine Brandspuren auf. Die Flammen wüteten hauptsächlich im Obergeschoss. Der darunter liegende Gastraum blieb zwar weitgehend unversehrt, aus den offenen Fenstern drang aber auch noch einen Tag nach dem Feuer Brandgeruch.

Streit um "älteste Bratwurstküche der Welt"

Das Gasthaus, das von sich behauptet, die „älteste Wurstküche der Welt“ zu sein, ist wegen seiner urigen Innenausstattung vor allem bei Touristen beliebt. Um den Titel „älteste Bratwurstküche der Welt“ hatte der Wirt jahrelang mit dem Betreiber eines Regensburger Bratwurstlokals gestritten. Ein „Bratwurst-Gericht“ hatte die kuriose Fehde schließlich im Jahr 2000 mit einem salomonischen Urteil beendet. Das Nürnberger Lokal darf sich seitdem „älteste Wurstküche der Welt“ nennen, das Regensburger Lokal trägt den Beinamen „älteste Bratwurstküche der Welt“.

dpa

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