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Mai 2016: Katastrophenalarm nach anhaltendem Dauerregen in Niederbayern.

Nach Anwohnerbeschwerden in Paunzhausen

Feuer, Notstände, Gefahren: Deshalb heulen Sirenen im Freistaat

Paunzhausen/München - Es gibt verschiedenen Gründe für Sirenenalarm in Bayern - und Orte, wo man ganz auf ihn verzichtet.

Ständig hatte die Freiwillige Feuerwehr Paunzhausen im Kreis Freising Beschwerden bekommen, ihre Sirene läute zu lange, zu laut, zu oft. Jetzt wurde es einem Mitglied zu bunt: Am Montagvormittag verfasste Korbinian Lohner einen spontanen Appell auf Facebook - und konterte den verständnislosen Kritikern. 

"Aufgrund mehrerer Beschwerden von Anwohnern möchten wir Sie kurz über den Sinn einer Sirene aufklären", beginnt die Nachricht - und erklärt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: dass durch das von manchen Leuten als "Lärm" empfundene Geräusch Notsituationen geklärt und Leben gerettet werden. "Wären Sie nicht auch froh, wenn Ihr Leben in Gefahr ist, Ihr Anwesen in Flammen steht oder Sie nach einem Verkehrsunfall im Fahrzeug eingeklemmt sind, diesen "Lärm" zu hören und zu wissen innerhalb kürzester Zeit bekommen Sie Hilfe?"

Die Aktion der Paunzhausener Feuerwehr kam bei der überwiegenden Mehrheit der User gut an. Und sie ist ein guter Anlass, ein paar grundsätzliche Fragen zu klären: Wann gibt es sonst noch Sirenenalarm in Bayern? Wann läutet welches Signal? Und gibt es überall Sirenen?

Alarm bei Feuer und anderen Notständen

Die Verwendung von Sirenen und ihre Bedeutung ist laut dem Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr (STMI) genau festgelegt - in der Verordnung über öffentliche Schallzeichen. Darin werden zwei Sorten von Alarm unterschieden:

Zum einen gibt es den Alarm bei Feuer und anderen Notständen. Er alarmiert die Einsatzkräfte der Feuerwehren. Sein Signal ist ein dreimal in der Höhe gleichbleibender Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden Dauer, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen. In vielen Gemeinden auf dem Land heult er noch jeden ersten Samstag im Monat regelmäßig Probe.

Alarm bei schwerwiegenden Gefahren

Die zweite Art von Alarm soll die Bevölkerung veranlassen, anlässlich schwerwiegender Gefahren für die öffentliche Sicherheit auf Rundfunkdurchsagen zu achten. Das entsprechende Signal dieses Alarms ist ein auf- und abschwellender Heulton, der eine Minute lang dauert. Heult er, heißt es: Rundfunkgeräte anschalten und auf Durchsagen achten. Auf diese Weise wird die Öffentlichkeit etwa gewarnt, wenn gefährliche Schadstoffe in der Luft freigesetzt wurden. In Bayern stehen solche Sirenen auch im Umkreis von 25 Kilometern rund um Kernkraftwerke und um Betriebe, die der so genannten Störfallverordnung unterliegen.  

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Nutzen Gebiete solche Alarmsignale zur Warnung der Bevölkerung, gibt es laut STMI zweimal jährlich einen Sirenenprobealarm. Er findet landeseinheitlich statt. Jede Kommune, die über die entsprechende Sirene verfügt, kann sich beteiligen. So wird geprüft, ob die Sirenen noch funktionieren. Außerdem soll die Bevölkerung durch den Probealarm über die Bedeutung der Sirenen informiert werden. 

Ergänzend zur Sirenenwarnung benutzen manche Gebiete auch Lautsprecherfahrzeuge von Feuerwehren und anderen Organisationen; in manchen Gebiete ersetzen sie Sirenen auch komplett. Für bestimmte Ereignisse haben die Katastrophenschutzbehörden in ihren Alarm- und Einsatzplänen die Fahrtrouten für die Lautsprecherfahrzeuge bereits vorgeplant.

München: Digitalisierte Katastrophenwarnung

Die bayerische Landeshauptstadt hat ihre Sirenen schon vor Jahren abgebaut. Sie setzt in Katastrophenfällen stattdessen auf Durchsagen mit mobilen Lautsprechern auf Feuerwehrfahrzeugen. Zudem wurde im September 2014 das kostenlose Warnsystem Katwarn eingeführt, das die Bürger in Notfällen wie Unwetter, Großbrände, Chemieunfälle oder Naturkatastrophen per SMS, E-Mail oder Smartphone-App informiert. Und je nach Lage konkret angibt, wie sie sich verhalten sollen. 

Raffinierter Vorschlag: "Dürfen gerne an die Gemeinde spenden"

"Digitalisierte Katastrophenwarnung" - die könnte sich auch die Feuerwehr Paunzhausen vorstellen, und hat das Thema prompt in ihrem Facebook-Post vom Montag aufgegriffen: Wer sich trotz der offensichtlichen Sinnhaftigkeit von Sirenenalarm gestört fühle, dürfe der Gemeinde gerne eine Spende zukommen lassen. So könne die Feuerwehr für jeden Kameraden einen Funkmeldeempfänger beschaffen - Kostenpunkt: rund 350 Euro pro Mann.  

Der Stein des Anstoßes: So klingt die Sirene

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