Ist der Feuerteufel ein Feuerwehrmann?

Bad Griesbach - Drei Brandstiftungen, zwei davon in Hoteltiefgaragen, hielten seit Weihnachten Bad Griesbach in Atem und ließen die verunsicherten Bürger rätseln. Jetzt gibt es Hinweise auf den Täter:

Wer kann nur der Feuerteufel in unserer Kurstadt sein? Nun gibt es einen Hauptverdächtigen, der von der zuständigen Staatsanwaltschaft Passau in Untersuchungshaft genommen wurde. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 41-jährigen Mann, der ausgerechnet bei der örtlichen Feuerwehr eine Führungsposition besaß und noch dazu so gut wie jedem Griesbacher in anderer Uniform ein Begriff ist – als netter Schandi von nebenan!

Die Brandserie hatte am 22. Dezember 2011 begonnen. In der Tiefgarage eines Hotels war Feuer gelegt worden, drei Autos brannten aus. Zunächst glaubte man eher daran, dass sich der BMW eines Gastes aufgrund eines technischen Defekts selbst entzündet hatte. Doch diese Theorie wurde verworfen und nur fünf Tage später heulten die Sirenen erneut im Kurort: wieder ein Feuer in einer Tiefgarage, diesmal brannten sieben Autos.

Von da an wurde gezielt auf Brandstiftung ermittelt. „Wir gehen davon aus, dass die beiden Fälle unmittelbar zusammenhängen“, hieß es seitens der Polizei. Dann kehrte eine Art staade Zeit ein – doch nur bis zum 11. Januar. Diesmal züngelten Flammen aus einem Griesbacher Haus.

Die Passauer Kripo ermittelte mit Hochdruck. „Unter anderem rückte der Mann durch die Auswertung von Spuren, die an den Brandstellen gesichert werden konnten,immer wieder ins Visier der Brandermittler“, so die Polizei.

Der ermittelnde Staatsanwalt Josef H. Scheichenzuber sagte der PNP zu dem Fall: „Die Spurenlage am Tatort hat zu dem Feuerwehrmann geführt.“ Ein Amtsrichter erließ wegen des Vorwurfs der Brandstiftung Haftbefehl. Dass der 41-Jährige auch als Schandi bekannt ist, macht denn Fall umso pikanter.

Aber selbst wenn der Verdächtige Polizeibeamter sei, werde er laut Staatsanwaltschaft nicht anders als andere behandelt: „Vor dem Gesetz sind alle gleich“, sagte Scheichenzuber. Mehr Details wollte er aber nicht nennen.

Bis auf das, dass der Festgenommene, der suspendiert wurde, in eine bayerische JVA eingeliefert wurde. Laut PNP hatte es aber noch am Freitag Durchsuchungen im Privathaus des Mannes sowie im Feuerwehrhaus von Bad Griesbach gegeben. Die Feuerwehrkameraden stehen nach der überraschenden Festnahme unter Schock.

Währenddessen versuchen sich die Griesbacher einen Reim darauf zu machen, wo das Motiv für die Straftaten liegen könnte. Der 41-Jährige wurde inzwischen auch vom Dienst suspendiert.

MC

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbilder)

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