News-Ticker: 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt - Tote möglich

News-Ticker: 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt - Tote möglich

Feuerwehr-Sprecher nach Vorfall in Augsburg 

Nimmt die Gewalt gegen Einsatzkräfte zu?

  • schließen

Der Fall eines in Augsburg mit einer Silvesterrakete angeschossenen Feuerwehrmanns schockiert die Einsatzkräfte der zuständigen Sicherheitswache Kongress am Park. Sprecher Anselm Brieger, 36, erklärt, was das bei ihm und seinen Kollegen auslöst, und ob sich die Attacken gegen Rettungskräfte häufen.

Nachgefragt bei Anselm Brieger von der Feuerwehr.

Wie geht es Ihrem Kollegen nach der Attacke?

Er hat Verbrennungen am Ohr und ein Knalltrauma. Sein Auge ist auch in Mitleidenschaft gezogen und immer noch zugeschwollen. Er wird noch längere Zeit dienstunfähig sein.

Feuerwehrler, die ihm helfen wollten, wurden dann auch mit Böllern und Raketen beschossen. Konnten der oder die Täter schon ermittelt werden?

Wir haben Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Da waren eine Menge Leute, ein paar hundert. Vielleicht hat es jemand gefilmt und meldet sich. Die Rakete wurde gezielt auf den Kollegen gerichtet. Einer hat die Rakete auf die Schulter genommen, ein anderer sie angezündet – wie eine Panzerfaust.

Dem Gefühl nach nehmen die Fälle zu, in denen Einsatzkräfte behindert oder attackiert werden.

Der Ton auf der Straße wird auf jeden Fall rauer. Der Respekt fehlt einfach. Schon an Silvester 2015 wurden unsere Einsatzfahrzeuge während Alarmfahrten in einer Augsburger Partymeile beworfen.

Gibt es irgendeine Erklärung, was Menschen dazu veranlassen könnte?

Sowas kann man auf gar keinen Fall nachvollziehen. Jeder Erwachsene weiß, was mit Feuerwerkskörpern passieren kann. Deshalb ist es unerklärlich, wie man alleine auf die Idee kommen kann, mit Raketen oder Böllern andere Menschen zu attackieren.

Wie gehen Sie mit solchen Vorfällen um?

Es sind zwar nur einzelne Fälle, aber es ist eine Enttäuschung. Wir sind gerade alle schockiert. Vor ein paar Tagen hatten wir eine Evakuierung wegen einer Fliegerbombe in Augsburg – nach diesem Einsatz wurden wir noch in den Himmel gelobt. Dann so etwas. Wir fahren jeden Tag raus, setzen zum Teil unser Leben auf’s Spiel. Dann wird man mit Böllern beschossen.

Gibt es eine Lösung für das Problem?

Die Feuerwehr kann laut Gesetz Platzverweise aussprechen. Wir können auch die Polizei nachfordern. Aber im Einsatz haben wir andere Dinge zu tun, als uns um Störer zu kümmern. Ich weiß nicht, ob da Gesetze helfen würden – das sind einfach Grundwerte.

Interview: Sebastian Raviol

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fast 500 Kilo geschmuggelten Shisha-Tabak gefunden
Bei einer Routinekontrolle stellten Zöllner fast eine halbe Tonne Shisha-Tabak sicher. Der Schmuggler sitzt nun wegen eines weiteren Delikts in Untersuchungshaft. 
Fast 500 Kilo geschmuggelten Shisha-Tabak gefunden
17-Jähriger ohne Führerschein verletzt Radfahrerin mit Mamas Auto
Den Urlaub der Mutter hat ein 17-Jähriger im schwäbischen Dillingen für eine unerlaubte Spritztour mit ihrem Auto genutzt. Weit kam er nicht:
17-Jähriger ohne Führerschein verletzt Radfahrerin mit Mamas Auto
Lastwagen fährt mit brennendem Stroh über Bundesstraße
Durch brennendes Stroh auf einem Lastwagen-Anhänger ist im Unterallgäu ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden.
Lastwagen fährt mit brennendem Stroh über Bundesstraße
Horror-Unfall bei Lindau: Auto kracht in Friedhofsmauer, Mann stirbt
Ein Autofahrer ist in Sigmarszell (Landkreis Lindau) mit seinem Wagen gegen eine Friedhofsmauer geprallt und gestorben.
Horror-Unfall bei Lindau: Auto kracht in Friedhofsmauer, Mann stirbt

Kommentare