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Um Katastrophen-Touristen von Einsatzorten besser fernhalten zu können, hat Bayerns oberster Feuerwehr-Vertreter hohe Geldstrafen für uneinsichtige Gaffer gefordert.

Geldbußen gegen Katastrophen-Tourismus?

Feuerwehr will Strafen für Flut-Gaffer

München - Um Katastrophen-Touristen von Einsatzorten besser fernhalten zu können, hat Bayerns oberster Feuerwehr-Vertreter hohe Geldstrafen für uneinsichtige Gaffer gefordert.

„Wenn er weiß, dass er 2000 bis 3000 Euro Strafe zahlen muss, wird es sich der Gaffer vielleicht überlegen“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Feuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl. Die Polizei könne zwar Platzverweise aussprechen, aber vom Gesetzgeber vorgesehene Geldbußen würden den Aufforderungen mehr Nachdruck verleihen. Auch in den vergangenen Tagen kam es an den bayerischen Hochwasser-Brennpunkten wie Rosenheim, Passau oder Regensburg immer wieder zu Behinderungen durch Neugierige. „Das Problem ist ja auch, dass dann viele mit dem Auto dorthinfahren und die geparkten Autos dann den Einsatzkräften sogar den Weg versperren“, sagte Weinzierl. Das gehe so weit, dass sie dann in den Hochwassergebieten stehen und sogar abgeschleppt werden müssen.

Auch das Technische Hilfswerk (THW), das oft mit großen und schweren Fahrzeugen zu den Einsatzorten unterwegs ist, klagt über Einschränkungen durch parkende Autos in Katastrophen-Gebieten. „Wenn man bei Hochwasser-Einsätzen erst jemanden suchen muss, damit er sein Auto zur Seite fährt, dann kann man schon ärgerlich werden. Das dauert unter Umständen eine Stunde, bis alles aufgelöst ist, und solange warten die Helfer vergeblich auf die Geräte“, sagte Max Berthold, Einsatzleiter beim THW in München. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigte im Landtag unterdessen an, das Ausbauprogramm für den Hochwasserschutz von insgesamt drei Milliarden Euro zu beschleunigen und in Teilen aufzustocken. Die noch verbliebenen 1,4 Milliarden Euro sollten nach alter Planung bis 2023 verbaut werden. „Das muss ehrgeiziger aufgestellt werden“, sagte Seehofer im Landtag. Heute will das Kabinett auch die Soforthilfe für Flutopfer auf den Weg bringen. Gestern Morgen hatte Seehofer gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel das überflutete Passau besucht.

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