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Wie es ist, ein Feuerwehrauto zu steuern, sollen Interessierte bald in einem Simulator erleben können.

Feuerwehrmuseum Waldkraiburg

Darum könnte dieser Feuerwehr-Simulator künftig Leben retten

Wie fühlt es sich an, ein Feuerwehrfahrzeug zu steuern, wenn keiner eine Rettungsgasse bildet? Das sollen Interessierte bald bei einer Fahrt in einem Simulator erleben können. Doch das Projekt braucht noch Unterstützung.

Waldkraiburg – Ein schwerer Unfall. Jede Minute zählt. Die Feuerwehr rast zum Unglücksort – und bleibt im Verkehr stecken: Niemand lässt die Helfer durch, die Zeit drängt. Dieses Gefühl der Machtlosigkeit, das eigentlich nur Rettungskräfte kennen, können bald alle Interessierten nachempfinden: In Europas größtem Feuerwehrmuseum Waldkraiburg (Kreis Mühldorf am Inn) entsteht ein Simulator für Einsatzfahrten.

Die Besucher sitzen in der Fahrerkabine eines Feuerwehrautos und steuern dieses durch den auf einer Leinwand simulierten Verkehr. Lenken, Gas geben, bremsen, Blaulicht und Martinshorn ein- und ausschalten: Alles, was der Fahrer bei einem Einsatz macht, müssen die Besucher übernehmen – und wenn es schlecht läuft, gibt es auch einmal einen Unfall oder die Retter kommen nicht rechtzeitig zum Unglücksort.

„Es muss ein hautnahes Erlebnis sein, so realistisch wie möglich“, erklärt Alexander Süsse, Vorsitzender des Feuerwehrmuseums. „Die Leute sollen nassgeschwitzt aussteigen und merken, dass so eine Fahrt doch nicht so einfach ist, wie viele glauben.“ Und vor allem. Durch diese Erfahrung sollen sie künftig mehr Rücksicht auf die Helfer nehmen. „Das Erlebnis soll deutlich machen, dass es um Menschenleben geht, und wie wichtig es ist, eine Rettungsgasse zu bilden.“

Immer wieder Probleme beim Bilden einer Rettungsgasse

Eine Regel, die viele Autofahrer noch immer nicht verinnerlicht haben, so die Erfahrung vieler Einsatzkräfte. Erst vergangenen Freitag gab es zum Beispiel auf der A3 nahe Wörth an der Donau (Kreis Regensburg) eine Unfallserie mit 14 Verletzten, bei der die Feuerwehr im Stau nicht voran gekommen ist.

Bei dem Simulator werden nach dem Zufallsprinzip verschiedene Situationen dargestellt. „Jede Fahrt ist anders“, erklärt Süsse. „Man erlebt zum Beispiel, was es bedeutet, ein riesiges Feuerwehrauto im Stadtgewirr, auf einer Autobahn mit Stau oder auf der Landstraße zu fahren.“

Noch ist der Simulator nicht fertig. Zwischen 10.000 und 15.000 Euro kostet das Projekt, es wird ausschließlich von Ehrenamtlichen umgesetzt. „Wir machen viel in Eigenleistung“, sagt Süsse. Trotzdem benötigen die Organisatoren weitere Unterstützung (Kontakt unter www.feuerwehrmuseum-bayern.de). „Wir sind noch auf der Suche nach Sponsoren.“ Eine Lkw-Fahrzeugkabine ist bereits zum Fahrerraum eines Feuerwehrautos umgebaut und auch die Software für die Simulation gibt es schon. Es fehlen aber noch weitere Computertechnik, drei hochwertige Beamer und eine Leinwand, auf der die Verkehrssituationen dargestellt werden. Außerdem wird ein Anhänger benötigt, auf dem die rund 600 Kilogramm schwere und drei Meter hohe Fahrerkabine transportiert werden kann. „Sie soll nicht nur im Museum, sondern auch bei Veranstaltungen genutzt werden können“, erklärt Süsse.

Er kann sich vorstellen, dass auch echte Feuerwehrler von dem Simulator profitieren. „Man könnte ihn zur Ausbildung nutzen.“ Profis könnten schwierigere Fahrten trainieren, zum Beispiel bei Schneefall, starkem Regen oder Dunkelheit. Denn auch hier zählt jede Minute.

Unglaubliche Szenen: Brummi- und Autofahrer nehmen im Stau Abkürzung durch Rettungsgasse

Claudia Schuri

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