Feuerwerk: Verbot auf Schlössern und Burgen

München - Pünktlich zu Silvester hat die Bayerische Schlösserverwaltung auf die erhöhte Brandgefahr durch Raketen hingewiesen. Deshalb bleibt das Feuerwerk rund um die Schlösser verboten.

Mit Verboten und Empfehlungen versuchen die Bayerische Schlösserverwaltung und zahlreiche Städte die historische Bausubstanz vor den Gefahren des Silvesterfeuerwerks zu schützen. Durch Raketen, Böller und Funkenflug besteht ein verstärktes Risiko von Bränden. Zum Auftakt des Verkaufs von Feuerwerkskörpern hat die Schlösserverwaltung am Mittwoch das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen auf Schlossplätzen und Burginnenhöfen generell untersagt.

Betroffen sind Schloss Nymphenburg in München und die Kaiserburg in Nürnberg ebenso wie die Burg zu Burghausen, der Bamberger Domplatz und der Residenzplatz in Würzburg. Mit dem Feuerwerksverbot soll angesichts der erwarteten vielen Besucher auch möglichen Verletzungen vorgebeugt werden. Die Behörden wiesen darauf hin, dass das Abschießen von Raketen im Umkreis von 100 Metern von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen grundsätzlich verboten ist. Bei Verstößen drohen nach dem Sprengstoffgesetz Geldbußen, im Extremfall bis zu 50 000 Euro.

Auch ein Dom ist betroffen

Wegen der erhöhten Brandgefahr gilt in der Silvesternacht in Nürnberg ein Feuerwerks- und Fahrverbot im gesamten Burgbereich. Damit Besucher den Blick über die Stadt ungetrübt genießen können, dürfen auch keine Flaschen und Gläser mit auf das Gelände genommen werden. Nach Angaben der Stadt kontrolliert ein Sicherheitsdienst die Taschen. In der oberbayerischen Domstadt Freising ist das Abfeuern von Silvesterraketen im gesamten Innenstadtbereich ebenso verboten wie in der unterfränkischen Weinstadt Volkach (Landkreis Kitzingen).

Gleiches gilt für das Umfeld des Bamberger Doms. Wegen der Enge des Domplatzes und der historischen Bausubstanz stelle das Raketenzünden eine erhebliche Gefahr für Mensch und Gebäude dar, erinnerte das Erzbistum an die geltenden Regeln. Schon eine fehlgeleitete Rakete genüge, um einen der Dachstühle des Doms oder der Alten Hofhaltung in Brand zu setzen und eine Katastrophe auszulösen. Auch in der Stadt oberbayerischen Stadt Burghausen ist die Burg wie in den vergangenen Jahren für Hobbyfeuerwerker tabu. “Man darf drauf, aber nur ohne Feuerwerkskörper“, sagte Christa Battistini vom Ordnungsamt der Stadt.

Fachwerkhäuser in Nördlingen gefährdet

Die ehemalige Herzogsstadt Coburg belässt es dagegen bei einer nachdrücklichen Warnung vor den Folgen der Böller und Raketen. Besonders gefährdet gelten die Veste, Schloss Ehrenburg, das Landestheater, das Naturkundemuseum, das Rathaus und das alte Zeughaus. “In deren Umkreis sollte grundsätzlich jedes Feuerwerk unterbleiben“, mahnte Ordnungsamtsleiter Gerhard Berwind. Großer Abstand ist auch bei Tankstellen und landwirtschaftlichen Gebäuden angesagt. Generell verboten - nicht nur in Coburg - sind laut Berwind sogenannte “Himmelslaternen“, die ihr Brandrisiko unkontrolliert in die Ferne tragen.

Differenziert beschreibt Jürgen Landgraf vom Ordnungsamt die Gefahren in der schwäbischen Stadt Nördlingen. Eine Sperrung einzelner Bereiche gibt es nicht. “Das Problem ist, wir haben in der ganzen Stadt Fachwerkhäuser“, erklärt Landgraf. Eigentlich müsste die gesamte Altstadt gesperrt werden. “Aber die nächste Frage ist dann: Was ist vor dem Tor?“ Das Problem liegt aus seiner Sicht in der Definition des Begriffs “unmittelbare Nähe“. Zudem sei für den Außenstehenden oft nicht zu erkennen, dass sich hinter dem Außenputz eines Gebäudes ein brandgefährdetes Fachwerk verberge.

Der Schlossplatz in Dachau wird an Silvester in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen sogar vollständig gesperrt. Die Bayerische Schlösserverwaltung, die Stadt und die Polizei wollen damit die Sicherheit der Silvesterfeier, der Anwohner und des Schlosses gewährleisten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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