Aus für Fichtelgebirgsautobahn

München/Bayreuth - Nach jahrelangem Streit zwischen Wirtschaft und Naturschützern stehen die Pläne für den Bau einer Autobahn durch das Fichtelgebirge vor dem Aus.

Wegen Umweltbedenken und der hohen Baukosten werde die bayerische Staatsregierung das Projekt nicht mehr weiterverfolgen, kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag an. Stattdessen solle die Bundesstraße 303 in der Region ausgebaut werden. Sie verbindet die Autobahn 9 Nürnberg-Berlin und Bayreuth im Westen mit den ostoberfränkischen Städten Marktredwitz und Schirnding sowie der nahen Tschechischen Republik.

Auslöser für den Meinungswandel der Staatsregierung waren nach Herrmanns Angaben neben den Ergebnissen einer Umweltverträglichkeitsstudie auch aktuelle Auswertungen einer Verkehrszählung auf der B 303. Die Studie habe deutlich gemacht, dass das Fichtelgebirge für Autobahnbauer wegen des schwierigen Geländes eine erhebliche Herausforderung darstellen würde.

“Um zu verträglichen Lösungen zu kommen, wären (...) lange Tunnel oder Brücken erforderlich. Bei den vielen vordringlichen Maßnahmen in Bayern halte ich es nicht für realistisch, dass der Bund eine durchgehende autobahnähnliche B 303neu mit Kosten von über 300 Millionen Euro in absehbarer Zeit im Bedarfsplan hochstufen und realisieren würde“, betonte der Innenminister laut Mitteilung. Mit einem Bundesstraßenausbau seien für Anwohner, die Umwelt und die Autofahrer Verbesserungen deutlich schneller erreichbar.

Mit Wohlwollen reagierten am Freitag die Grünen im bayerischen Landtag auf Hermanns Ankündigung. Sie fühlten sich in ihrer Auffassung bestätigt, “dass es aus Naturschutz- und Trinkwasserschutzgründen sowie wegen der rückläufigen Verkehrszahlen nicht sinnvoll ist, die Fichtelgebirgsautobahn zu bauen“, erklärt die oberfränkische Abgeordnete Ulrike Gote. Nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer Bayreuth muss nun unverzüglich die Planung für einen raschen Ausbau der Bundesstraße 303 in Angriff genommen werden.

dpa

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