1. Startseite
  2. Bayern

Klimawandel treibt asiatische Tigermücke nach Bayern – „Tödlichstes Tier der Welt“

Erstellt:

Von: Tanja Kipke

Kommentare

Denguefieber, West-Nil- und Zika-Virus: Die asiatische Tigermücke kann Tropenkrankheiten übertragen. Die Mücke ist bereits in Bayern angekommen, der Klimawandel begünstigt ihre Ausbreitung.

München – Bill Gates bezeichnet Moskitos in seinem Blog gatesnotes.com als das „tödlichstes Tier der Welt“. Über 725.000 Todesopfer fordern die lästigen Mücken jährlich, da sie Infektionen übertragen. Ganz vorne mit dabei ist die asiatische Tigermücke, die vor allem Tropenkrankheiten wie Dengue-, Chikungunya- oder das Zika-Virus übertragen können. Und auch das West-Nil-Virus. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist es „die sich am erfolgreichsten verbreitende Stechmückenart“, auch in Bayern wurden seit 2015 immer wieder Exemplare nachgewiesen. Ein Grund für die Ausbreitung ist der Klimawandel.

West-Nil-Virus in Bayern: Asiatische Tigermücke könnte Tropenkrankheit übertragen

Die Tigermücke bevorzugt laut LGL Wärme, das ist wohl der Grund, „warum stabile Populationen in Europa noch auf den Süden begrenzt sind.“ Die Mücke habe sich aber bereits an die europäische Klimasituation angepasst: „Im Herbst gelegte Eier überwintern, und die Larven schlüpfen erst im nächsten Frühjahr.“ Bereits an zwölf Standorten in Bayern ist die Mücke entdeckt worden, wie aus einem Bericht von BR Wissen hervorgeht.

Für die Übertragung des Denguefiebers ist die Tigermücke bekannt. Aber auch Übertragungen des Zika- oder des West-Nil-Virus sind möglich. Bisher scheint die Stechmücke allerdings noch keine Viren zu übertragen – zumindest wurde das in Bayern bei einer Tigermücke noch nicht nachgewiesen. In Bayern gab es laut BR im Jahr 2020 20 Fälle des Virus, einmal endete die Krankheit tödlich. Die Dunkelziffer wird von Experten jedoch auf mehrere 100 geschätzt. Häufig wurde das Virus bei Reiserückkehrern entdeckt.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Gefährdung für Bayern noch gering: LGL erklärt, warum Maßnahmen dennoch nötig sind

Derzeit sei eine gesundheitliche Gefährdung der bayerischen Bevölkerung durch die asiatische Tigermücke noch gering. Es sei jedoch ein Szenario vorstellbar, „dass ein virusinfizierter Reiserückkehrer von einer Tigermücke gestochen wird, diese die Viren aufnimmt und dann in Einzelfällen bei einer weiteren Blutmahlzeit auf eine andere Person überträgt“, so das LGL. Der Klimawandel begünstigt die Verbreitung der Tigermücke und erhöht auch die Gefahr, dass sich tropische Viren hierzulande wohlfühlen.

Laut LGL sind daher allgemeine präventive Maßnahmen sowie ein spezifisches Mückenmonitoring der Tigermücke sinnvoll. Man sei hierbei „ganz wesentlich auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen“. Um die Ausbreitung zu verhindern, sind folgende Maßnahmen wichtig:

Asiatische Tigermücke: Woran erkennt man die Stechmücke?

Neben den oben aufgelisteten Maßnahmen, sei es zudem wichtig, die Tigermücke zu erkennen und zu melden. Verdächtige Mücken können zur genauen Bestimmung an das „Citizen Science-Projekt‚ Mückenatlas‘“ geschickt werden. Mehr Informationen finden Sie unter: www.mueckenatlas.de. Bereits 177.000 Stechmücken konnten damit für die Forschung gefangen werden.

Die asiatische Tigermücke (links) wird oft mit der heimischen Ringelmücke (rechts) verwechselt.
Die asiatische Tigermücke (links) wird oft mit der heimischen Ringelmücke (rechts) verwechselt. © dpa/KEYSTONE/Ennio Leanza/IMAGO/blickwinkel (merkur.de-Collage)

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

An ganz bestimmten Merkmalen kann man eine Tigermücke erkennen. „Auffällig ist zunächst das Stechverhalten: Diese Mücke sticht tagsüber vor allem im Freien, seltener auch in der Wohnung und ist dabei sehr hartnäckig“, so das LGL. Optisch ähnele sie stark der sogenannten Ringelmücke, mit ihrer schwarz/weißen „geringelten“ Verfärbung. Die Ringelmücke sei aber meist größer und eher beige. Zudem habe sie keine weiße Linie am Kopf, die für die asiatische Tigermücke typisch ist. (tkip)

Alle News und Geschichten aus Bayern sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.

Auch interessant

Kommentare