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Täuschend echt: Das Abzocker-Schreiben (li.) der Firma "Justorat". Sie arbeitet angeblich im Auftrag der Mitglieder im "Fachverband der Lotterie und Glücksspielanbieter Deutschland" - den es gar nicht gibt. Ebenso wenig existiert die Firma. 

Haben Sie auch schon einen Brief erhalten?

Fiese Lotto-Abzocke: Die Masche der Betrüger

München - Sechs Richtige! Auf einen Lotto-Gewinn hoffen viele Menschen, genau das könnte sie aber teuer zu stehen kommen: Es gibt eine neue fiese Abzocke, etliche Menschen in Bayern haben in den letzten Tagen einen Brief erhalten.

Der Ersteller des Briefes hat sich alle Mühe gegeben, authentisch zu wirken: Der Firmenname "Justorat" klingt halbwegs seriös, im Briefkopf steht ein neunstelliges Aktenzeichen, sogar ein Sachbearbeiter wird mit vollem Namen genannt. Der Text ist überwiegend in korrektem Deutsch formuliert und mutet teilweise wie Behördensprache an. Aber Achtung: Der komplette Inhalt des Briefes ist erstunken und erlogen. Wer auf die Forderung der Schein-Firma eingeht und die angeblich ausstehenden 319 Euro an das angegebene Konto überweist, könnte das Geld genauso gut verbrennen oder in den Reißwolf stecken.

Im Januar und Februar verschickten unbekannte Betrüger die Briefe an Haushalte in ganz Bayern. Absender: eine Firma mit Namen "Justorat - Rechtsberatung und Forderungsmanagement", die laut Brief Mitglieder im "Fachverband der Lotterie und Glücksspielanbieter Deutschland" vertritt. Doch: Ein solcher Verband existiert überhaupt nicht, ebenso wenig die Firma.

Die Betrüger geben in dem Brief an, dass der Empfänger jenem Fachverband angeblich 748,50 Euro schulde und machen wenig weiter ein Vergleichsangebot: "Wir erwarten die Zahlung des Vergleichsangebotes in Höhe von EUR 319,00 (...) auf unser Konto". Es folgt eine IBAN-Nummer bei einer bulgarischen Bank. Spätestens hier sollten Leser des Briefes eigentlich stutzig werden.

Die "Kanzlei Justorat" wird mittlerweile auf der Seite der Verbraucherzentrale Bayern als "Abzocker" gelistet. Die Verbraucherzentrale rät allen, die einen Brief von der Firma erhalten haben, dies bei der Polizei zu melden und gegebenenfalls sogar Strafanzeige zu stellen. Keinesfalls solle man das Geld überweisen.

Ähnliche Fälle gibt es zuhauf - leider fallen dennoch immer wieder unbedarfte Bürger auf die Masche herein und zahlen. Das Geld sehen sie nie wieder. 

jv

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