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Mit Hut und Tracht: Finanzminister Georg Fahrenschon (Mitte) in der Montur der bayerischen Gebirgsschützen.

Finanzminister ist jetzt ein Gebirgsschütze

München - Jetzt ist Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) ein traditioneller Oberbayer. Der 42-Jährige wurde am Mittwoch in den erlauchten Kreis der bayerischen Gebirgsschützen aufgenommen.

Er gehört als zunächst einfacher Schütze der im Landkreis Miesbach gelegenen Kompanie Elbach-Leitzachtal an. Zur “Amtstracht“ - die Gebirgsschützen sprechen von Montur - gehören der Hut samt Federschmuck, eine lederne Kniebundhose und ein langer grüner Rock.

Der in Neuried bei München wohnende Katholik habe schon vor längerer Zeit den Wunsch geäußert, Mitglied bei den Gebirgsschützen zu werden, hieß es bei der “Einkleidung“ Fahrenschons in dessen Münchner Amtssitz. Nach einer Veranstaltung in Fischbachau sei ihm im Herbst die Mitgliedschaft angetragen worden, erläuterte der Miesbacher Landrat und Präsident des Landkreistages, Jakob Kreidl (CSU). Er hatte die Mitgliedschaft eingefädelt. Fahrenschon lägen Traditionspflege und Brauchtum am Herzen, begründete Kreidl die Aufnahme. Er selbst ist Ehrenleutnant der Elbacher Kompanie.

Der neue Gebirgsschütze äußerte sich dankbar über die Aufnahme in den Kreis Brauchtumspfleger. “Die Gebirgsschützen nehmen in Bayern wichtige gesellschaftliche Aufgaben wahr“, sagte Fahrenschon. “Das reicht von der Erhaltung der Tracht über die Pflege der alpenländischen Volksmusik bis hin zum Schutz kulturell wertvoller Bauwerke.“

Fahrenschon - er gilt als eher trachtenscheu - ist in prominenter Gesellschaft. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist zwar als Ingolstädter nicht Mitglied im Bund der bayerischen Gebirgsschützen, fungiert aber als sogenannter Schutzherr über alle rund 12 000 Mitglieder vom Berchtesgadener bis zum Werdenfelser Land. Sein Vorvorgänger Edmund Stoiber ist Ehrenleutnant der Wolfratshausener Gebirgsschützen. Prominentestes Mitglied - freilich ohne Lederhose - ist Papst Benedikt XVI. Derzeit gibt es 47 Kompanien, angeführt von Landeshauptmann Karl Steininger.

Die Gebirgsschützen waren einst im Alpenraum aktiv kämpfende Truppen. Heute dienen ihre Karabiner nur noch zum Salutschießen bei besonderen Anlässen. Die Mitglieder verstehen sich als Hüter des wehrhaften Brauchtums. Sie ehren jährlich am ersten Mai-Wochenende mit einem großen Umzug ihre Schutzpatronin, die Gottesmutter Maria.

lby

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