Vorwurf der Untreue

Ungesicherte Kredite: Finanzskandal erschüttert Diözese Eichstätt

In Eichstätt schrillen die Alarmglocken. Die Katholische Kirche wird von einem neuen Finanzskandal erschüttert.

Eichstätt - Aus dem Vermögen der Diözese Eichstätt seien rund 60 Millionen Dollar in ungesicherte Darlehen in die USA geflossen, sagte Diözese-Sprecher Martin Swientek am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Gegen einen früheren Mitarbeiter und einen Immobilien-Projektentwickler wurde Anzeige erstattet. Der Vorwurf laute auf Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet worden, „um eine rückhaltlose Aufklärung und strafrechtliche Aufarbeitung zu veranlassen.“

Das Geld wurde laut Swientek in „höchst fragwürdiger Weise“ in den USA angelegt. Wie hoch der Schaden tatsächlich sei, könne derzeit noch nicht beziffert werden. Es hänge davon ab, wie viel Geld wieder zurückfließen könne.

Die Indizien für ein strafrechtlich relevantes Verhalten seien im Zuge der von Bischof Gregor Maria Hanke initiierten Transparenzoffensive zutage gefördert worden: Externe Fachleute waren bei der Umstellung der Finanz- und Vermögensverwaltung der Diözese auf die ungesicherten Auslandskredite gestoßen. Einzelheiten will die Diözese am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / Jörg Carstens

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