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Die rauchenden Kamine der Firma Knauf Gips KG in Iphofen/Unterfranken. Weltweit produziert Knauf in mehr als 100 Fabriken.

Firma Knauf untersagt Iran-Mitarbeitern Proteste

Iphofen - Der unterfränkische Baustoffhersteller Knauf hat seinen Mitarbeitern im Iran die Teilnahme an Demonstrationen gegen die iranische Regierung untersagt.

Sollten sich die Beschäftigten dem widersetzen, drohe ihnen die Kündigung. Einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal" bestätigte am Freitag der Rechtsanwalt der Knauf Gips KG, Jörg Schanow, in Iphofen (Landkreis Kitzingen). Die Aufforderung war den Mitarbeitern schriftlich zugegangen.

Zugleich distanzierte sich der Konzern von dem Schreiben: "Das war ein Schreiben der iranischen Geschäftsführung, von dem man in der Zentrale nichts wusste", erklärte Schanow. Die Formulierung sei "sehr unglücklich" gewählt. Zu den Grundsätzen der Knauf-Gruppe gehöre es, politische Zurückhaltung in allen Ländern dieser Erde zu üben, sagte Schanow. "Aber privat kann jeder Mitarbeiter an Demonstrationen teilnehmen."

Grund für das Schreiben war nach Angaben des "Wall Street Journal" die Festnahme eines leitenden Angestellten von Knauf Iran bei einer Demonstration vor rund zwei Wochen. Die iranische Regierung soll daraufhin die schriftliche Aufforderung an die Mitarbeiter als eine Bedingung für die Freilassung des Mannes gefordert haben.

Über die Hintergründe des Schreibens sei in der Zentrale noch nichts bekannte, erklärte Schanow. "Heute wird im Iran nicht gearbeitet, deshalb haben wir auch noch keine weiteren Informationen." Das Schreiben liege aber mittlerweile in der Zentrale vor. Nach Angaben des Unternehmens sind im Iran zwischen 200 und 300 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit arbeiten für die Knauf-Gruppe rund 22 000 Menschen. Der Umsatz des Konzerns - der unter anderem Gipsfaserplatten und Dämmstoffe produziert - lag im Geschäftsjahr 2008 bei rund 6 Milliarden Euro.

dpa

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