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Die Teilnehmer des "Fischertages" springen mit ihren Keschern, den sogenannten "Bären" in Händen, in den Stadtbach von Memmingen.

Fischertag: Sieger-Forelle wiegt 2,5 Kilo

Memmingen - Mehr als tausend Männer sind am Samstag auf der Jagd nach Forellen in den Stadtbach von Memmingen gesprungen.

Zahlreiche Zuschauer sahen sich das Spektakel an. Beim Fischertag springen die Memminger jedes Jahr begleitet von Böllerschüssen in den Bach und versuchen, ein besonders schweres Exemplar aus dem Wasser zu fischen. Dieses Jahr holte der gebürtige Memminger Dieter Osterrieder die dickste Forelle aus dem Bach und ist somit Fischerkönig. Der 49-Jährige fing den gut 2,5 Kilo schweren Fisch an der Schrannenbrücke.

Auch einige Aktivisten der Tierschutzorganisation „PETA“ sprangen in den Stadtbach, um gegen das „Wettangeln“ zu protestieren, wie es in einer Presseerklärung der Organisation hieß. Sie hielten Plakate mit der Aufschrift „Fischen ist Mord“ in die Höhe. Die Aktivisten verließen das Wasser nach Angaben eines der Organisatoren bald wieder.

Die Forellenjagd am traditionellen „Fischertag“ erfolgt mit gabelförmigen Netzen, die in Memmingen „Bären“ genannt werden. Das schwerste Exemplar beschert einem der Teilnehmer für ein Jahr den Titel des „Fischerkönigs“. Für einen echten Memminger ist dieser Titel nach Einschätzung des Memminger Fischertagsvereins die höchste Ehre im Leben.

Der „Fischertag“ hat in Memmingen eine Jahrhunderte alte Tradition. Schon im Mittelalter wurde der Stadtbach zur Reinigung einmal im Jahr ausgefischt. Bis heute wird das Wasser nach dem Ausfischen abgelassen, der Bach gesäubert und wieder frisch gefüllt. Damit die Hobby-Fischer auch im nächsten Jahr einen großen Fang im Stadtbach machen können, werden im Herbst wieder Fische ausgesetzt.

Die gaudige Bachauskehr in der Altstadt mit anschließendem Frühschoppen lockt nach Veranstalterangaben jedes Jahr bis zu 20 000 Besucher an. Den Frauen bleibt bei dem Spektakel bis heute die traditionelle Rolle vorbehalten, am Bachrand den Wasserkübel für die gefangenen Fische zu bewachen.

dpa

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