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Im Peißenberger Park „Rigi Rutsch‘n“ können sich die Besucher austoben. Doch die unsichere Witterung hält viele Badenixen von einem Besuch fern.

Flaute in Freibädern und Ferienorten

Garmisch-Partenkirchen/Miesbach/Peißenberg – Starkregen, Temperatursturz, Sturmböen: Der Sommer verhagelt bislang Gastronomen, Freibad- und Campingplatz-Betreibern sowie Freiluft-Veranstaltern das Geschäft.

Beim Gedanken an die bisherige Sommerbilanz kann Campingplatz-Betreiber Karl Brugger nur noch den Kopf schütteln. „Erbärmlich“, fasst der Chef von Camping Brugger am Riegsee (Kreis Garmisch-Partenkirchen) die Lage in Worte. „Im Augenblick ist es das reinste Verlustgeschäft.“ Von 100 Urlauber-Standplätzen ist nicht einmal die Hälfte belegt. „Wir haben so gut wie keine Tagesausflügler, der Biergarten ist leer – das ist ein Drama.“ Oft packen seine Gäste kurzerhand alles ein und fahren über den Brenner zum Gardasee. Brugger: „So traurig es ist, aber ich hab’ Verständnis dafür.“

Gastronomen beliebter Ausflugsziele geht es ähnlich. „Das Wetter beeinträchtigt den Umsatz“, sagt Ingolf Gronau, Betriebsleiter der Schliersbergalm (Landkreis Miesbach). Zurzeit kämen an einem klassischen Ausflugstag 30 bis 40 Prozent weniger Gäste als sonst. Darum muss das Personal flexibel sein: „Anstatt zu viert arbeiten wir zurzeit zu zweit.“ Trotz aller Gastfreundschaft sind viele Gäste unzufrieden: Attraktionen im Freizeitpark wie die Sommerrodelbahn und der Alpenroller bleiben bei feuchter Witterung außer Betrieb. „Die Leute sind genervt, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden“, seufzt Gronau.

Nach 25 Jahren als Chef des Wallberghauses (Kreis Miesbach) weiß Rudi Antesberger eine Sommerflaute zu kompensieren. „Jammern will ich nicht“, sagt er kämpferisch. „Wir arbeiten halt mehr in der Nacht.“ Auch an Tagen, für die er in guten Zeiten Freiraum einplant, richtet sein Personal zusätzlich Hochzeiten und andere Veranstaltungen aus.

Die unsichere Witterung hat laut Sprecherin der Zugspitzbahn (Kreis Garmisch-Partenkirchen) das Freizeitverhalten verändert. „Die Leute sind extrem flexibel geworden“, hat Eva-Maria Greimel festgestellt. „Wo sie früher einen Tag eingeplant haben, nutzen sie zwei bis drei Stunden intensiv.“ Trotzdem verzeichnete Deutschlands höchster Berg einen Rückgang an Besucherzahlen – im Juli um 8,1 Prozent gegenüber 2008.

Miese Stimmung herrscht unter Betreibern von Freibädern. Nürnberger Branchenvertreter klagen über den schwächsten Freibad-Saisonstart seit Jahrzehnten. „Der Verkauf der Tageskarten ist sehr wetterabhängig“, weiß Richard Eichberger, Fachangestellter für Bäderbetriebe. Besitzer einer Saisonkarte ziehe es hingegen regelmäßig in den Freizeit- und Bäderpark Rigi Rutsch’n in Peißenberg (Kreis Weilheim-Schongau). Täglich nutzen dort laut Eichberger 120 bis 150 Badegäste den Innenbereich mit Sauna, Warmbecken sowie Gymnastikangeboten. „Trotzdem sieht es finanziell nicht so toll aus.“

Ernüchternde Bilanzen in der Tourismusbranche führt Klaus Götzl vom Tourismusverband Starnberger Fünfseenland auch auf die Wirtschaftskrise zurück. „Die Leute wissen nicht, ob und wann sie Urlaub bekommen oder ob Kurzarbeit angesagt ist“, gibt er zu bedenken. „Deshalb gibt es kein langfristiges Buchungsverhalten.“ Bei düsteren Wetterprognosen gingen viele ins Reisebüro und suchten Last Minute das Weite.

Wetterabhängige Branchen müssen auch diese Woche auf alles gefasst sein: Zwar ist vermehrt Sonnenschein angekündigt, doch dürften sich bei großer Schwüle teils heftige Schauer und Gewitter entwickeln.

Corinna Erhard

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