Flaute am Futterhaus: Darum bleiben die Vögel aus

München - Der Winter ist da. Das Futterhäuschen für gefiederte Gäste ist gefüllt. Doch wo bleiben die Piepmätze nur? Diese Frage stellen viele Vogelfreunde Jahr für Jahr dem Landesbund für Vogelschutz, aus Sorge um die heimischen Vögel. Hier die Antworten.

Futterqualität

Im Winter leiden unsere Vögel Not und sie haben nur eines im Sinn: Fressen, um jeden Preis. Denkt man. Doch Vögel können ganz schön wählerisch sein. Weil es für sie so wichtig ist, ihre Nahrungsreserven immer gut und effizient aufzufüllen, wählen sie von den dargereichten Speisen gerne das energiereichste und ölhaltigste Futter. Deshalb bleiben bei mancher Futtermischung immer Reste übrig – beigemischte Füllstoffe, die kaum Kraft bringen. Tipp: Mal das Futter wechseln. Auch verdorbenes oder verschimmeltes Futter lassen Vögel meist links liegen. Nur unerfahrene oder besonders hungrige Gesellen gehen da dran. Bitte regelmäßig kontrollieren, ob das Futter ranzig riecht oder Schimmel angesetzt hat. Oder noch besser: nur kleine Mengen füttern und dafür täglich nachlegen.

Konkurrenz

Vögel müssen neue Futterstellen erst finden. Wer im Herbst schon früh füttert, bemerkt einen Ansturm auf seine Futterstelle.Doch plötzlich und ohne Angabe von Gründen wird der Flugverkehr eingestellt, obwohl es kälter wird. Oft liegt das daran, dass die Nachbarn nachgerüstet haben. Nun verteilen sich die Vögel auf mehrere Futterstellen. War die Futterstelle nicht optimal gelegen, oder mundet das Menü anderswo besser, bleiben die Vögel zunehmend aus. Tipp: Vögel schon vor dem ersten Schneefall anfüttern, und prüfen, ob die Futterstelle gut erreichbar ist.

Wanderschaft

Die meisten Vögel befinden sich ihr Leben lang auf Wanderschaft. Das gilt nicht nur für Schwalben oder Störche. Die verlassen im Herbst ihr Brutgebiet und ziehen nach Afrika. Auch viele Wintervögel ziehen. Die Kohlmeise oder die Amsel, die im Frühsommer im Garten brütete, ist nicht dieselbe wie die, die im Winter ans Futterhäuschen kommt. Doch die Zugbewegungen der Wintervögel sind oft weniger spektakulär. Und: Sie verlassen uns nicht vollständig. Einige bleiben. Andere kommen aus dem nördlichen Europa nach und füllen die Lücken wieder auf. So entsteht der Eindruck, unsere Wintervögel blieben uns treu. Bei einigen Arten ziehen vor allem die Weibchen und Jungvögel, die noch kein Revier ergattert haben, in wärmere Gefilde, Amseline, Buchfinkin und Turmfalkenfrau etwa. Die erfolgreichen Herren dieser Arten halten die Stellung und trotzen Wind und Wetter. Der Winter scheint ihnen erträglicher als die Gefahr, das Revier zu verlieren.

Wintergäste

Dann sind da noch die „echten“ Wintergäste: Vögel, die es bei uns zur Brutzeit nicht gibt. Sie kommen oft erst spät im Winter an, dafür manchmal invasionsartig. Ihr Zug beginnt, wenn in der Heimat die Nahrung knapp wird. Beispiele dafür: die aus Nordschweden stammenden Bergfinken. Auch die wunderschön bunten Seidenschwänze tauchen erst bei uns auf, wenn in der russischen Taiga alle Beeren aufgefuttert sind.

Wetterextreme

Es ist kalt, aber am Imbiss ist nichts los? Sind alle Vögel erfroren? Nein. Sie sind durch ihr Federkleid gut an Kälte angepasst. Vielleicht müssen sie bei extremer Kälte aber noch mehr Energie sparen. Und suchen nur noch die nächst gelegene Futterstelle auf, statt umherzuschweifen. Bei starken Kälteeinbrüchen können manche Vögel sich doch noch für eine Flucht in den Süden entscheiden.

Todesangst

Ein gut bestücktes Futterhaus lockt Vögel an. Sperber und Habicht wissen genau, wo sie auf Jagderfolg hoffen können. Auch Katzen lauern Vögeln an Futterstellen auf, der Jagdtrieb! Nach einer Feindattacke – erfolgreich oder nicht – bleiben Futterhaus mitunter für Tage verwaist. Damit es nicht soweit kommt: Futterhäuschen frei aufstellen, damit Vögel anschleichende Stubentiger rechtzeitig bemerken. Gleichzeitig ein rettendes Gebüsch in der Nähe, sodass bei einem Angriff aus der Luft Schutz im Unterholz gesucht werden kann. Hängen Futtergeräte an Büschen und Bäumen, sollten diese so gewählt werden, dass eine kletternde Katze dort nicht hinkommt.

mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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